#4: Sänger Ben Zucker

Shownotes

Chartstürmer, ausverkaufte Konzerte, Hits wie "Na und?! und "Was für eine geile Zeit": Schlagerstar Ben Zucker ist einer der erfolgreichsten und beliebtesten Sänger Deutschlands. Aber das ist nur die eine, die öffentliche Seite des 42-Jährigen. Im Gespräch mit Martin und Arndt blickt Ben daher nicht nur auf seine Erfolgsgeschichte, seine ersten Superhits und Auftritte vor Tausenden Fans, sondern spricht genauso offen und ehrlich über Existenzängste, Tiefs und die Flucht in den Alkohol.

Hosts: Arndt Ziegler und Martin Werner Produktion: Ela Wildner Postproduktion: Waldemar Markin

Ben Zuckers Biographie "Kämpferherz" ist seit 10. September überall erhältlich: https://www.penguin.de/buecher/ben-zucker-kaempferherz/buch/9783453219052

Die Tickets für die anstehende große Arena-Tour 2026 gibt's hier: https://semmel.de/tour/tour-alias/ben-zucker-kaempferherz-arenatour-2026.html

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Christo Förster: Herzlich Willkommen bei Dein Erstes Mal, dem Men's Health Podcast. In diesem Podcast sprechen Männer über ein erstes Mal das sie individuell geprägt hat. Das erste Mal auf der Bühne, das erste Mal scheitern, das erste Mal ehrlich mit sich selbst sein. Ein Gespräch über Ängste, Glücksmomente, Ambitionen und mentale Stärke. Alle zwei Wochen mit prominenten Männern aus Sport, Kultur und Wissenschaft.

Arndt Ziegler: Ja herrlich und moin, herzlich willkommen. Ich freue mich wirklich sehr heute hier zu sein. Ich freue ich mich sehr auf einen wirklich inspirierenden, spannenden Gesprächspartner. Und bevor ich den vorstelle, erst mal moin Martin, schön dass du auch wieder hier bist.

Martin Werner: Moin Arnd, ich freue mich auch riesig, ein ganz besonderer Gast, auch für mich sehr persönlich. Freue ich mich sehr auf die kommende Zeit und stelle ihn gerne vor, Arnd. Genau, so ein bisschen.

Arndt Ziegler: Martin, ist das fast eine Vorstellung von euch beiden. So ein bisschen seid ihr beide so die Gäste heute, obwohl du natürlich auch Gastgeber bist Martin, weil ihr beide zusammen ein Buch geschrieben habt. Da kommen wir gleich noch drauf. Jetzt erst mal moin Ben Zucker, schön dass du da bist. Freut mich sehr, Dankeschön. Ben Zucker ist einer der erfolgreichsten, bekanntesten deutschen Musiker. Ausverkaufte Arenen, super erfolgreicher Alben, Hits wie Na und... Geile Zeit, Remi Demi. Remi demi ist übrigens mein aktueller Favorite. Habe ich mich bei Martin schon geoutet, war auch so ein bisschen so echt jetzt, ist gar nicht so meiner, aber mein absoluter Favorite gerade. Schön. So, genau und du hast, habe ich ja gerade schon gesagt, mit Martin ein Buch zusammen geschrieben über dich. Kämpfer Herz, das ist erschienen. Und ich freue mich sehr, dass wir jetzt nicht nur über das Buch sprechen, sondern ganz viel über dich und übergebe erst mal an Martin.

Martin Werner: Ich freue mich riesig, Ben, dich heute hier zu haben. Wir haben ja eine sehr gute Verbindung, eine familiäre Verbindung und freue mich sehr, heute mit Arne zusammen mal mit dir ins Gespräch zu gehen, noch mal tief reinzugehen, noch mal ein wenig dein Leben zu durchleben und wie Arne gerade das Thema aufgemacht hat. Kämpfer Herz, deine Biografie, wir sind fertig, das Ding ist draußen. Was sagst du, wie fühlt sich... Das jetzt für dich an deine eigene Biografie veröffentlicht zu haben?

Ben Zucker: Wow, gute Frage. Fühlt sich ehrfürchtig an, fühlt sich absurd an, fühlt es sich an wie, wie, warum. Das finde ich spannend daran, dass offensichtlich das Interesse meine Geschichte aufzuschreiben, zu veröffentlichen, Anklang findet oder eben gelesen werden will. Und das finde ich, finde ich natürlich, finde gut, aber macht mich auch sehr, macht mir auch ein bisschen Angst tatsächlich.

Arndt Ziegler: Wer kam auf die Idee? Das war das Vorschau von dir, ist jemand aus der Management auf dich zugekommen, zu Ben, wie wäre es, mein Buch zu schreiben und dann die Folgefrage, warum ausgerechnet mit dem da? Das ist eine gute Frage, die ich beantwortet hier sofort.

Ben Zucker: Die Idee, das kann ich dir gar nicht so richtig sagen. Ich habe immer mal von außen so die eine oder andere Reaktion auf mein Leben betrachtet. Ey, das musst du doch mal erzählen, das musste mal irgendwie zusammengebracht werden. Ich dachte aber immer, ey, ich bin jetzt hier irgendwie 42 Jahre alt, was soll ich denn jetzt erzählen hier? Ich bin Musiker, cool, passt alles für mich. Und ich bin nicht der einzige mit einem interessanten oder eben spannenden, wie auch immer man subjektiv betrachten möchte. Geschichte und deswegen war ich da immer ein bisschen skeptisch demgegenüber, ganz klar. Aber dann war irgendwie klar, okay, jetzt haben wir so viel darüber geredet, jetzt machen wir es einfach. Dann schauen wir mal, wo die Reise hingeht und dann habe ich ja das große Glück, dass mein Schwager, dass der ja offensichtlich beruflich damit zu tun hat. Und das war für mich natürlich mein großer Vorteil aufgrund dessen, weil ich dann gleich eine vertraute Person über mein Buch, also beziehungsweise über mein Leben. Ich war immer sehr glücklich, wenn ich über mein Füßbuch sprechen kann, und das fand ich dann beruhigend. Das war eine gute Voraussetzung, weil ich glaube, jemand Fremdes erst mal kennenlernen muss, das Menschen, ich bin eh nicht so ein großer Menschenfreund. Also ich liebe meine Fans und Menschen, das schon, aber ich bin auch sehr gerne für mich und alleine. Ich bin schon eher Einzelgänger.

Arndt Ziegler: Das heißt, du glaubst, wenn du das jetzt nicht mit Martin, also einem sehr eng verbundenen Menschen geschrieben hättest, sondern mit jemand extern, wäre das dann auch nicht so persönlich geworden? Glaubst du, es ist auch wegen Martin so persönlich und so nah dran geworden, wie es jetzt ist?

Ben Zucker: Glaube ja, weil ich dadurch transparenter, klarer und, möchte sagen, abgrundtiefer sein durfte, konnte. Weil ich da einfach dann ihm ja einfach alles erzählen kann, wollte, und ihm aber auch gleichzeitig sagen kann, das schreiben wir aber nicht, das fällt raus, das lassen wir auch weg. Und das können wir nicht schreiben, weil das ist zu heftig. Und selbst die Infos hier, dann hat die dann nicht mehr ein Buch, also die es nicht ins Buch geschafft haben, behält er ja für sich. Denkst du? Das denke ich ja.

Arndt Ziegler: Zumindest die Ansätze. Nein, aber das ist so, das ist natürlich für mich jetzt, also ich glaube, mein Redeanzahl, dir gegenüber Martin, wird heute vielleicht ein bisschen mehr sein, weil du natürlich, Ben, viel mehr kennst. Ich frage vielleicht an einer anderen Stelle nach, wo du denkst, das wissen doch alle. So, und das würde ich in dem Fall, wenn du jetzt sagst, du bist jemand, der nicht so schnell Leute an sich ranlässt und generell, also kein menschenfreundlich, ich glaube ich weiß, was du meinst. Ja, jetzt nicht in dem Kontext. Ich weiß, ich weiß genau, was Du meinst, was Tu eben vielleicht ein bißchen brauchst, um Dich auf Leute einzulassen und so.

Ben Zucker: Genau, und jemand Fremdes wäre dann, das hätte einfach dann erstens länger gebraucht. Dann hätte ich auch nie gewusst, okay, wo geht die Reise jetzt hin, füreinander, miteinander. Und irgendwie fand ich es dann, zum Glück musste ich darüber nicht nachdenken, weil ich die Voraussetzungen hatte mit Martin und das war für mich gleich dann auch.

Arndt Ziegler: Das heißt, es gab auch während des Buchs jetzt nicht mal so einen Moment, wo Du Dir gedacht hast, oha, worauf habe ich mich darauf eingelassen, ich lasse es jetzt sein, wir brechen das ab.

Ben Zucker: Tatsächlich, aber jetzt, als ich es eingelesen habe, da habe ich dann gemerkt, wow, das erzähle ich jetzt allen, das geht jetzt ja jeder mit. Eieiei, weiß ich jetzt gar nicht, ob ich das so richtig gut finde, insgesamt. Weil wenn man so darüber spricht, als Schwager, als Freund, mit mir und wir zusammen das dann besprechen, dann erzähle das ja jemandem Vertrauten und dann ist es für mich ja so, ja, als würde es jemandem erzählen, der das dann auch für sich behält. Dass wir aber gleichzeitig, ah, was wir erschaffen haben für die Öffentlichkeit, das kam erst tatsächlich beim Einlesen, da habe ich erst gemerkt, ach so, stimmt, okay, ich bin mal gespannt, wo die Reise dahin geht. Aber auch gut, das finde ich dann auch wichtig, wenn ich das dann schon so angehe, dann auch ehrlich.

Martin Werner: Ich glaube, das war so unsere Marschroute von Anfang an. Wir haben uns, glaube ich, einmal tief in die Augen geguckt und haben da festgestellt, wenn wir das Projekt jetzt angehen, dann sind wir offen und lassen in Anführungszeichen die Hose runter, um halt auch dich wirklich zu zeigen, wie du wirklich bist, nicht nur Ben Zucker auf der Bühne, sondern auch der Mensch dahinter und wirklich da mal eine Tür aufzumachen und zu zeigen wie du lebst, wie du fühlst, wie du die Sachen einordnest und... Wir waren ja im permanenten Austausch und ich glaube, das hat uns auch noch mal extrem zusammengeschweißt und dass das jetzt dabei rausgekommen ist, du sprichst gerade das Hörbuch an, das einzulesen, durfte ich auch dabei sein hin und wieder und das hatte für mich noch mal eine ganz, ganz andere Kraft, weil das für sich selbst zu lesen, das lese ich für mich. Wenn du aber ins Tonsstudio kommst und dann sitzt du da und sprichste das mit deiner eigenen Stimme ein und liest deine eigene Geschichte vor, du durchlebst sie ja quasi dann. Noch mal, also ich hab dich beim Einlesen gehört und dachte, da ist er jetzt gerade unterwegs, krass, wie geht's dem jetzt damit, der muss das ja gerade noch mal wirklich eins zu eins durchleben und kommen wir vielleicht im Gespräch auch noch drauf, da waren ja auch einige Tiefen dabei, wo es auch für mich schwierig war, wie gehe ich damit um, wie geh ich da generell mit dir ran? Also wir sind familiär sehr verbunden, vielleicht auch Fluch und Segen zugleich und wieder.

Ben Zucker: Hab ich auch überlegt, jetzt sind wir zwar sehr nahe miteinander, aber jetzt stelle ich mich aber dennoch bloß und jetzt stehe ich erst mal da und jetzt, ja, schön, aber ist das jetzt, also wie bewahre ich mich dabei? Also wie bleibe ich trotzdem in meiner, ja jetzt vermeintlich toxischen Männlichkeit, cool und bin jetzt da einfach mit mir beschäftigt und bewahle hier Etikette und lass mich hier nicht irgendwie jetzt aufliegen. Dann wusste ich aber, das ist alles Quatsch, das passt schon so.

Arndt Ziegler: Du beschreibst oder ihr beschreibt in dem Buch sehr detailliert den Weg von dem jungen Ben, von dem Kind Ben, der aus der, der geflohen ist, nach Westdeutschland geflohnt ist, der dann den Traum vom Musiker hatte und der dann irgendwann zu, ich nenne es jetzt mal, in Anführungszeichen Kunstfigur, ist natürlich kein Kunstfig, aber so dieser Name, aber komm, wir nennen dich mal Menzucker, so wie das entstanden ist und dann hin zu Und damit geht das Buch ja auch los mit deinem ersten Auftritt, deinem großen Durchbruch 2017. Jetzt hilft mir kurz nicht Schlager Boom, sondern das hieß Schlager Countdown. Riesen ID oder CTF, Riesenpublikum und das muss ich sagen, hat mich auch sehr beeindruckt, weil man da richtig mitfühlt, dass das der Punkt war, wo sich entschieden hat, klappt das mit dir?

Ben Zucker: Das war ja so, auch Fluch und Segen, das war ja das, was nicht klar war und ich hab ja auch die ganze Zeit viel zu naiv zum Glück. Ich hab da ja gar nicht, auch über Charts und alles, was danach passierte, ich wusste das alles nicht. Wie gesagt, ich hab da irgendwie einen Tag vorher Facebook und Instagram installiert. Instagram war für mich immer so eine, da fotografieren die Leute ihr Essen und was soll ich denn mit Instagram? Facebook war von so Altbacken gefühlt und das muss ich dann alles noch installieren und dann ging das da irgendwie los und ja, stell ich mal da hin und dann... Los geht's und das war schon sehr, also bis heute unvergessen, klar.

Arndt Ziegler: Wie alt warst du da?

Ben Zucker: 34.

Arndt Ziegler: 34 und du beschreibst da sehr plastisch, also ich musste ein bisschen schmunzeln, ehrlicherweise, als ich das mit deiner Tolle gelesen habe. Dass du gesagt hast, so wie krass das für dich war, dass dir während dieses Auftritts dieses H entdeckt. Aber wie, ne? Ja, ich hab's mir danach mal angeguckt und das ist ja so, ich meine... Du dachtest, es vorbei ist, erledigt, das wird jetzt der H. Ja, aber das klingt jetzt witzig, aber es war ein echtes Thema. Du schreibst dich selbst als jemand, der was das Thema angeht, sehr eitel ist. Der wollte, dass seine Haare da verdammt nochmal vernünftig sitzen und was passiert? Ich hab genau diese zwei Linden, ja, fällt mir einfach ins Gesicht. Mitten ins Gesicht und wenn man das sieht und weiß, wie du dich gefühlt hast und auch Martin kennt und ein bisschen deine Familie, wie die dann wahrscheinlich alle vorm Fernseher saßen und dachten, das war's jetzt, das schafft der nicht.

Ben Zucker: Ja genau, ich war schon, ich zieh das die ganze Zeit. Ja, und ich wusste ja, da gucken jetzt irgendwie sechs Millionen Leute zu, ich hab das jetzt, die Haare im Gesicht. Jetzt hab ich einmal die Chance, jetzt zwei Minuten und 50 und jetzt fällt mir doch nicht etwa das Haar hier ins Gesicht, das gibt's ja jetzt gar nicht. Und nicht so ein Härchen, da war ja gleich so ein riesentoller Eimer komplett rausgebrochen. Ja, das sag ich schon.

Arndt Ziegler: Das sieht ja witzig aus, muss man zugeben.

Ben Zucker: Total, total, ich wusste, klar, Gitarre spiel ich ja jetzt hier nicht richtig, also ist alles voll Playback hier, ist klar, aber trotzdem kann ich jetzt hier nicht irgendwie anders reagieren. Würde ich heute anders machen, heute würde ich mich drehen und dann so kurz, aber das sind auch 400 TV-Shows später, also muss man dazu sagen, da hat man natürlich dann glücklicherweise entsprechende Erfahrungen.

Arndt Ziegler: Und dann ist das da, dann ist Schluss, Lied ist zu Ende, Applaus kommt, was ging dir da durch den Kopf? Ging dir da den Kopf, boah, Benni, das war gut oder oh man, jetzt bin ich mal gespannt, was da jetzt so kommt.

Ben Zucker: Mir war schon so, das war, ich fühlte, ich war schon stolz, weil alles geklappt hat, bis auf die Tolle, fand ich das schon gut alles und dachte, okay, jetzt hast du alles gegeben, jetzt hab ich es nicht mehr in der Hand. Ich habe aber im Publikum gemerkt, das weiß ich heute, das habe ich damals natürlich nicht so wahrgenommen, weil ich dachte, ich lasse es ja überall und bei jedem und das ist ja jetzt nett und ist ja auch schön so, aber das war schon eine andere Stimmung damals, habe ich schon gemerkt. Ah, das waren damals schon eine anderen Energie auch. Na ja und Facebook, Instagram, das ging ja alles so dermaßen durch die Decke dann und das war alles so verrückt. Hab noch nie gesehen, mein Handy, das war wirklich stundenlang und das wars schon besonders. Und dann wusste ich, dann hatte ich gleich mein erstes Interview, dann wurde ich auch gleich in verschiedenste Veranstaltungen, ging ja gleich weiter. Also ich habe ja wirklich dann, nach diesem Auftritt, kann man fast sagen bis heute, hat sich extrem... Viel, viel, sehr, sehr viel verändert, ja.

Martin Werner: Ich habe das ja dann mit dir auch noch mal zusammen durchleben, erleben dürfen und das ist ja das wirklich. Du hast quasi Berlin verlassen, bist nach Oldenburg gefahren, hast auf diesen Moment Jahre, jahrzehntelang hingearbeitet, alternativ los, hast tausende von Nebenjobs gehabt, hast eigentlich immer schon den Traum gehabt, du willst Musiker werden, nichts anderes. Nichts anderes. So, dann fährst du nach Oldenburg und weißt, es war ja... Du or die, also heute Abend entscheidet sich das, ob es klappt oder nicht. Voll. Also hattest du dann auch, als du nach Oldenburg gefahren bist, wusstest du, das ist jetzt dein absolutes WM-Endspiel und wenn du das verlierst, war das ein Thema oder hast du einfach, scheu klappen, ich hole das Ding.

Ben Zucker: Ich habe darüber nicht nachgedacht, ich habe einfach, so, steht, passt, klar, ich hab darüber nachgedachten, Schlager-Countdown, Florian Silbereisen. Schon trutschig erst mal, ne, auf den ersten Blick und dann denke ich, okay, nee, Kopf-Horzone verlassen, das passt schon und warum nicht? Wieso, was soll denn jetzt hier passieren? Bin ja eh ich und mach meine Sachen und es ist doch egal, wo das stattfindet. Und ob ich jetzt Schlager, Rock-Pop oder Punk oder was auch immer Sänger bin, das ist doch eine Genre-Infizierung, die immer dann, ja, die dann immer einen Namen braucht, aber dann hab ich gesagt, nee ich mach Ben Zucker, sowohl das bin ich und so mach ich das jetzt, wo es jetzt stattfindest. Nee, und da war ich sehr dankbar. Und Florian Silbereisen. Ich glaube, einer meiner besten Freunde, das ist natürlich schön, war natürlich toll, also deswegen find ich das natürlich schön den Gedanken, wie oberflächlich man dann oft durchs Leben geht und denkt, hm, Silbereisen, alles klar, Schlagersendung, hm, stimmt ja auch erst mal, wenn man möchte, aber wenn man sich drauf einlässt und feststellt, ey, grad, cool, das ist ja echt anders als gedacht und das hab ich dann auch gemerkt, ey, gut, dass ich, dass sich da so, ja, aufm... An die Dinge herangegangen bin, hab ich schnell gelernt, auch für mein weiteres Leben, hab gemerkt, nicht immer so engstirnig und immer nur nee, ich mach nur das, ich mache nur so, das sollte man nicht tun. Nur ab und zu mal Sachen machen, die vielleicht kurz ein bisschen Bauchschmerzen bereiten. Wahrscheinlich Poprock oder sowas.

Arndt Ziegler: Und auch heute noch, ne, also es ist ja jetzt für mich, ich bin jetzt wirklich nicht in der Schlagerwelt zu Hause, aber das, was du machst, ist ja kein klassischer Schlager.

Ben Zucker: Nee, das sagt auch jeder, der zum Beispiel weiß, okay, ich geh zu Benzucker, zu einem Konzert und... Und dann nimmt man noch jemanden mit und dann sagst du, na, Benzuckers ist doch dieser Schlager, ist doch Schlager und so, na, und dann glaube ich, dass wenn man auf einem Benzukker-Konzert war, das kann ich schon so behaupten, dass man im schlimmsten Fall sagen kann, ey, ist immer noch nicht meine Mucke, aber war auf keinen Fall Schlager hier heute Abend. Ja, so, ne, also das glaube ich dass man auf jeden Fall danach sagt, das war jetzt hier einfach ein, entweder ein geiles Konzern, ganz anders als gedacht. Oder weiterhin nicht meine Mucke, aber es war jetzt nicht das, was ich ursprünglich dachte, ne, dieses klassische Schlager.

Martin Werner: Und das heißt dann, du warst dann wieder zurück in Berlin, hattest performt, das Feedback war sensationell.

Ben Zucker: Das ging dann irgendwie alles los und ich saß da in meiner Einraumwohnung zuhause und hab da so gewartet und meine Sachen gemacht und um mich herum war dann irgendwie, dann hab ich Fernseher gemacht, dann kam da Werbung von mir, ich dachte, was mache ich denn hier eigentlich, das ist sehr lustig. Und saß dann noch weiterhin und bin noch weiterhin zu Netto einkaufen, irgendwie zu Hause und ich dachte ja nach der ersten Sendung, dachte ich natürlich, ey alle, ich bin jetzt ein Superstar. Jeder erkennt mich mit der Straße.

Arndt Ziegler: Das ist ganz süß, wie du schreibst so und dann der erste Weg zu, ich weiß nicht, wo du hingegangen bist, aber...

Ben Zucker: Da denkst du wirklich, ich hab wirklich gedacht, naja, jetzt ist super. Jetzt sprechen mich alle an und du warst eigentlich schneller am Ziel als vorher, ne? Weil du so, ja, genau, weil einfach keiner... Ich war naiv, ich wusste nicht, ich konnte das nicht einschätzen, ich dachte, na ja, wenn das jetzt so viele Leute schauen, na, ja dann... Dann wird es schon irgendwie und dann war das natürlich überhaupt nicht so, ne. Und gar nicht, Minus. Also gar nichts, das hab ich nicht... Also so ein paar, so ein bisschen, ne, aber... Nee, das hat schon nochmal, also auf der Straße erkannt werden, hat schon so 300 TV-Shows gebraucht, das braucht schon Zeit.

Arndt Ziegler: Jetzt gehst du in deinem Buch ja sehr offen auch mit deinen Tiefs um. Und es ist ja so, wenn ich... In dem Moment, wo dann so dein Durchbruch kam, hast du dann auch schon mal so zurückgeblickt und gedacht so, der Ben, der Schulden hatte, der Ben der Probleme hatte, der Ben da auch mal mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist, dem hab ich es gezeigt, der hat es ja doch geschafft. War das so eine gewisse Zufriedenheit auch sich selbst gegenüber? Ich hab's mir selbst so gezeigt.

Ben Zucker: Das nicht, aber eher so, dass ich nicht an eine Sache glaube und die wirklich zu 120% angehe und durchziehe. Bis wirklich alle sagen, halt deinen Maul, wir wollen dich ja nicht hören. Dann, ähm, mach was anderes. Dann hätt ich gesagt, okay, passt. Aber ich wusste, ich hab nicht alle Kapazitäten ausgeschöpft und wollte auch niemals dann irgendwann in irgendeiner dreizehnten Etage mit einem Kissen an einer Armlehne oben am Fensterbrett runterbrüllen, dass die alle für mein Leben verantwortlich sind und schuld sind an der... Misere. Ich wollte eigentlich das einfach probieren, bis keiner, bis einfach alles ausgeschöpft ist. Das war mir wichtig. Wollte das nie bereuen, das ist mir ganz wichtig. Du schreibst...

Arndt Ziegler: Aber auch sehr deutlich. Also einer für mich, eine der prägendsten Sätze war so, als du dann finanzielle Probleme hattest, wenn meine Schulden Summe X überschreiten, dann mach ich nicht mehr weiter. Und das ist ja schon so ein Satz. Das war so ein, das hab ich mir...

Ben Zucker: Ich hab vorgenommen, ich hab gesagt, ey, ich muss jetzt das und jenes jetzt noch auf die Reihe kriegen. Ich wusste ja, die 40.000, 50.000 Euro Schulden krieg ich ja nie. Wie soll ich denn das jetzt machen? Also, wie lange soll ich dafür arbeiten gehen? Wie soll das jetzt hinkriegen? Ich wusst doch, ich werd nie einen Job machen können, der das in kürzester Zeit tilgen wird. Das wird nicht passieren. So, und da wusste ich, wenn alle Strecke reißen, muss ich jetzt wirklich, dann muss ich auf Hochhaus und dann... Muss ich da runterspringen, falls alles schief geht. Aber da wusste ich schon, ich ziehe so hart durch und werde so hart dafür kämpfen, dass es nicht passieren wird. Aber ich hab die Option als Druckmittel für mich schon eingesetzt.

Arndt Ziegler: Hast du dir damals Hilfe geholt oder hast du das mit dir selbst ausgemacht?

Ben Zucker: Nee, hab ich immer mit mir selbst ausgemacht.

Arndt Ziegler: Würdest du sagen, das ist der richtige Weg?

Ben Zucker: Weiß ich nicht genau. Weißt du, es ändert sich dann alles ganz schön doll. Zum Anfang aber nicht, weil man ist die ganze Zeit alleine. Also, man macht das alles alleine. Wenn man so träumt oder so Musiker werden will, dann kommen die Leute an und sagen, ja, kannst noch zweimal am Tag vom Blitz getroffen werden, werd doch Astronaut, Wahrscheinlichkeit ist genauso hoch und so. Man hört sich ja nur die ganzezeit Sachen an, die nicht funktionieren. Geht ja nicht, klappt nicht. Man kann es vergessen, von der Musik leben und überhaupt davon leben und so leben und das ist ja nicht möglich. Dann hab ich aber mal gedacht, es gibt ja aber Astronauten. Es gibt ja auch Musiker, die davon leben. Also, es muss da irgendwie möglich sein. Die werden doch nicht irgendwo ausgesucht oder ausgewählt. Ein Flosverfahren, das hat doch geklappt. So, ich dachte, das muss doch irgendwie gehen. Und danach hat sich erst alles geändert. Vorher musste ich das alles alleine stemmen. Danach, klar, jetzt tausende Freunde, alles freundlich, alles, das Lebensgefühl wird schwerer tatsächlich. Aber es wird auch leichter, weil man natürlich dann jetzt so... Man kann ein bisschen naiver bleiben. Die Leute sind einem zugewannter, ist schon so.

Arndt Ziegler: Und allein, sorry Martin, ich weiß, du sitzt da auf Brinnen. Aber allein warst du ja nicht, wenn ich das in deinem Buch auch richtig gelesen hab. Weil du wirklich, also ich mag wirklich Biografien und ich lese wirklich viele Biografie. Und ich habe selten ein Biografielesen, der so deutlich wurde, wie wichtig Familie demjenigen ist oder derjenige ist, der dies geschrieben hat. Und diese Familienbande, die in deinm Rücken ist, das... Die war natürlich, das war die ganze Zeit da.

Ben Zucker: Ja, das war natürlich mein Rückhalt, das waren natürlich die Basis. Na klar, mit alleine meine ich nicht, dass ich jetzt... Nein, ich weiß, genau, absolut. Nee, du hast schon recht, klar, meine Familie war schon meine Basis, aber das Surrounding draußen war natürlich schon... Da war ich schon sehr mit mir beschäftigt.

Arndt Ziegler: Ich glaube, es ist ja ein riesen Faustpfand, dass man diese Familie hat.

Ben Zucker: Nee, dann würdest du dich jetzt nicht mehr meiner Biografie, also beziehungsweise würde man das Interview wahrscheinlich hier nicht führen.

Martin Werner: Ich darf daran teilhaben, also so ein Familienband ist Gold wert, das kann ich jedem nur wünschen. Das ist bis heute noch so. Da ist gefühlt bei jedem Konzert, ist die ganze Truppe da. Das ist schon Wahnsinns-Support und das kann man jedem nur wünschen, ich will nur einmal kurz zu dem Thema rübergehen. Silbereisen erfolgreich erledigt, du kommst wieder nach Berlin, hast gerade gesagt, okay, da haben jetzt noch nicht unbedingt alle auf mich gewartet, aber es ging ja peu à peu. Hast du gemerkt, okay, hier passiert was? Ich bin jetzt endlich nach Jahrzehnten auf dem richtigen Weg, ich muss jetzt dranbleiben und plötzlich haben sich Dinge gefühlt. Kannst du uns einmal kurz mitnehmen, wie es danach weiterging? Also ich glaube dann, wenn ich darüber rede, denke ich auch mal, das ist ja der absolute Wahnsinn. Wir haben es im Buch auch geschrieben, das gipfelte dann darin, dass du als Support von Helene Fischer mit auf Stadion-Tournee warst. Da hast du vor 50, 60, 70.000 Leuten gesungen. Aber der Schritt von Silbereisen bis dahin, wie muss man sich den vorstellen?

Ben Zucker: Ja, ich kam nach Hause und dann war ich wirklich glücklich, dass die Situation so war, wie sie war. Mein Management und auch die Plattenfirma waren alle sehr aufgeregt, weil sie gemerkt haben, okay, wir brauchen jetzt ein größeres Team, das klappt ja alles gar nicht so einfach mehr, wie wir dachten. Jetzt müssen wir uns ranhalten. Und dann habe ich gleich die nächsten TV-Shows gehabt, dann die ersten Auftritte bei den verschiedensten Schlagernichten und dann wurde meine erste Tour schon angekündigt, meine erste Club-Tour, die war dann irgendwie in einer Stunde ausverkauft. Fertig, so. Dann die gespielt, dann war die erste Club-Tour vorbei, dann bin ich mit Silbereisen auf Tour, auch so 40 Termine. Dann noch und dann kam der Anruf von Helene, los geht's, dann das Stadion, die Stadions-Toure gemacht.

Arndt Ziegler: Aber die Tour mit Silbereisen war immer ein Song.

Ben Zucker: Nee, das waren so eine halbe Stunde, hatte ich da so eine Halbe Stunde. Ach doch, ah okay. Ja, jeden Tag. Gute Schule für mich, viele Arenen gesehen, viele Sachen machen dürfen, das war sehr wichtig. Ich dachte erst, oui, aber das war wirklich gut. Ja, dann mit Helene, das fand natürlich die absolute Masterclass-Schule für mich so, das war eine spannende Erfahrung. Dann hatte ich meine erste Stadtteilentour auch sofort ausverkauft. Ja, so ging es dann weiter, dann meine erste Arena-Tour auch so fort, alles voll und das war alles... So absurd, also bis Corona war das, wow, sehr intensiv.

Arndt Ziegler: Weil das aber, ich bin immer der, der die Stimmung so ein bisschen drückt mit den schweren Themen hier, aber... Nee, nee, passt ja. Weil Helene, weil das kommt ja in dem Buch auch. Darf ich zum ersten Mal...

Ben Zucker: Da ist es kurz, ne? Genau, Entschuldigung, ja, da hab ich zum ersten Mal gemerkt. Mein Bassist, der ist immer so lässig, der entspannt sich da immer so. Wie macht denn der das eigentlich? Ich so, Paula, wie machst du denn das? Na ja, hier so gemütlich, Tumbler, Wodka, Glas, schön Eiswürfel, schön zelebriert da oben in der Loja und da saßen wir da und dann... Da dachte ich, das will ich auch haben. Bestell ich auch mal, ja, dann hab ich das bestellt. Dann hab ich gemerkt, oh ja, das ist... Ich hab Wodka früher immer nur als Shot, als unangenehm wahrgenommen. Was ich dann gemerkt hab, kann man auch schön. Zelebrieren, kann man sich auf... Verkaufen, ja. Da muss man die Philosophie der Gedankengänge, das Getränk, zu ändern und dann kann man die Perspektive so hinschieben, dass man denkt, man trinkt da Heilwasser. So, und dann war das auch erst so und dachte so, oh, schon ist es relaxed hier. Dann hab ich gemerkt, ein zweiter geht ja auch noch, cool passt. Und das hab ich dann die ganze Tour so gemacht. Das fühlte sich dann immer ein bisschen besser an, ein bisschen leichter. Weil die ganze Zeit war ja immer nur Druck, Druck, Druck und viel los und immer performen und... Ja, das war schon immer ein schön... Weil es gibt keine Schule dafür. Das wusste ja keiner, dass es so losgeht. Und als es dann losging, musste das jetzt auch sofort laufen. Da war jetzt nicht wie so ein Assistenzarzt, der jetzt gleich auf einem Herzen operieren soll. Hier los gehts, viel Spaß. Geht jetzt nicht anders, es ist kein anderer da. Ich dachte, okay. So, das hatte ich dann jeden Tag. So, und das war dann schon... Klar wird man souveräner, man wird besser, aber... Ich hatte noch kein anderes Medium, hab noch keinen Sport gemacht zu dem Zeitpunkt. Und war dann so... War dann mit dem Medium erst mal glücklich.

Arndt Ziegler: Aber die Performance leidet nicht unter dem Alkohol?

Ben Zucker: Eigentlich ja, doch. Aber man schafft sich ja so ein Radius an. Es war immer noch geil, immer noch cool. Es gibt bestimmt noch geiler, aber dafür war es immer noch geil.

Arndt Ziegler: Aber wenn ich das richtig verstehe...

Ben Zucker: Aber ich hab nie jetzt... Es gab nie Momente, die so richtig daneben.

Arndt Ziegler: Du warst ja Support-Act quasi vorher, bist dann in die Loge und bist dann noch mal immer für den einen Westernhagensong auf die Bühne gegangen. Und in der Zwischenzeit in der Loge gab's den Vodka, um den Druck noch mal runterzufahren, weil das mit Helene ein Song zu...

Ben Zucker: Ja, weil es war so ein Feierabendklang, es war ein Feiernoment. Man hat sich dann so, wach, ja, schön. Und mit Helene war natürlich auch noch mal aufregend, klar. Da so mittendrin in der Seat-Stage, jetzt mitten im Stadion. Und meine Stimme war ja da auch voll an. Das war ja als Support immer ein bisschen leiser. Und da war das aber dann... Und dann hab ich gesagt, das war immer sehr aufregend. Ja, und dann hab' ich gedacht, okay, probieren wir mal. Und irgendwie klappte das ja dann auch. Und deswegen hat ich da auch keinen Sinn drin gesehen, da jetzt das wegzulassen. Hat auch niemand gemerkt? Nicht Helene auf der Bühne? Naja, wahrscheinlich hat schon jemand gemerkt, hat mir aber keiner gesagt. Weil sie gut genug war, scheinbar. Ja, wenn ich da jetzt natürlich Text vergessen oder völlig jetzt verkackt hätte, klart. Dann wäre ich aber auch selber auf mich ausreichend. Sauer, da bin ich, den Anspruch hab' ich immer, zu 120 da tiefern, wenn ich merken würde, darunter leidet jetzt meine Musik. Falls ich jetzt hier gerade Alkohol zu mir nehme, dann, nee, dann hätt' ich's nicht. Schade eigentlich, hätte man, vielleicht hätte ich immer so einen Moment gebraucht. Wo ist man so richtig?

Martin Werner: Nach hinten los.

Ben Zucker: Ja, wo man dann weiß, so, da geht nicht.

Martin Werner: Also für mich war der prägendste Vergleich, als du davon erzählt hast, oder als wir das dann geschrieben haben, dass dieser Druck, weil ich glaube, das kann keiner der Zuhörer und Zuhöherinnen nachvollziehen, wir hatten das Beispiel angestellt, jeder hat in der Schule vielleicht gehasst, ein Referat vor 20 Leuten zu halten und auf einmal musst du ein Referatsgefühl vor 50, 60.000 Leuten halten, also um den Druck mal irgendwie aufzuwiegen. Deswegen diese Druck. Die Regulierung, von der du dann sprichst, ist ja dann dein Mittel der Wahl gewesen und auch dann nach den Auftritten, wo auch das wiederum, man ja aufgepeitscht sein muss, bis nach Meppen gefühlt und auch um wieder runterzukommen danach. Also wenn du da oben schwebst auf Wolke 7 und sagst, ich hab gerade mit Helene Fischer Freiheit im Olympia-Berliner Olympiastadion gesungen, wie komm' ich denn jetzt wieder runter? Dann war das auch das Mittel der Wahl.

Ben Zucker: Damals sagte ich noch, das ist gut, genau, das wird dann mich entspannen und wird dann schon dafür sorgen, dass ich dann schlafen gehen kann entsprechend. Ist aber Quatsch. Also ohne Alkohol. Also nach, wenn ich großer Rehen spiele und danach dann irgendwie vor 10.000 und danach ins Hotelzimmer komme und alles ganz, ganz leise wird, dann find' ich schon sehr angenehm, wenn ich dann noch keine Alkohl trinke. Beispielsweise vorher dachte ich das immer, easy, angenehmer, entspannter, ist aber nicht so.

Martin Werner: Aber ich dachte das immer, die ganze Zeit. Hast du denn für dich dann irgendwann so festgestellt, gab's für dich so dieses erste Mal, dass du gedacht hast... Steu' ich auf ein Problem zu?

Ben Zucker: Naja, nee, weil man ja immer... Ich bin ja auch ein Punk, ein bisschen Rock'n'Roller und mag das ja dann auch. Und Alkohol ist ja nicht nur irgendwie zum Kompensieren einer Aufregung oder bestimmt ein Druck ist da, sondern auch einfach weil man ein Rock' n' Roller ist. Ist doch cool. Ein bisschen saufen, ein bissel abhängen. Nach dem Konzert ein bisschen wild. Wieso denn nicht? Ein paar Mädels abhäng'n. Band, gemütlich, Menschen, schöne Zeit haben. Das ist ja heute auch noch dazu. Und dann hat man so Partiesgestimmungen aufkommen lässt. Und deswegen hab ich das nie so betrachtet. Weil es ist das jetzt... Warum denn eigentlich, ne?

Arndt Ziegler: Aber nee stimmt ja nicht, oder? Weil du in dem Buch sagtest ja auch sehr deutlich, das steuerte dann doch auf ein Niveau zu, das nicht mehr gut war. Naja, ich hab angefangen...

Ben Zucker: Naja, ich hab angefangen... Entschuldige, ja, ich habe angefangen, einen Weg zu finden oder es mal für mich reflektiert oder analysiert und hab überlegt, ist es jetzt ein Alkoholproblem? Ja oder nein? Kann ich nicht einschätzen, denke ich. Und was ist, ab wann hat man ein Alkoholproblem? Wenn jemand jeden Tag zwei Bier trinkt, jeden Tag ein Bier trinnt, wenn jemand jeden tag ne Flasche Wodka trink, oder nur zweimal die Woche trink. Ab wann geht's los? Ab wann wird der Parameter ausgemessen oder dann festgesetzt? Oder es ist subjektiv, muss das jeder für sich selbst wissen? Es ist physischer Natur nachzuweisen? Wahrscheinlich ja. Hat der Leberwärter höchstwahrscheinlich nur noch...

Arndt Ziegler: Eine relativ klare Definition, was die Regelmäßigkeit angeht, wann man ein Alkoholproblem hat. Ich kenne das jetzt grad auch nicht, aber ich glaube, die Regelmäßigkeit ist da das Gift. Wenn ich jetzt regelmäßig zwei Bier am Abend trinke, habe ich ein Alkoholproblem, laut Definition. Genau.

Ben Zucker: Genau, die Frage ist, der Alkoholgehalt, ist der da nicht hoch genug? Ich meine, der ist ja nur ein Bier, ist ja jetzt kein Opfer. Genau, ich meine, die Regelmäßigkeit...

Arndt Ziegler: Genau, ich meine, die Regelmäßigkeit ist ja im Grunde genommen das, was dich irgendwann dann beeinflusst. Du kannst nicht mehr ohne. Und das ist ja das, was du in deinem Buch so beeindrucken schreibst. Ich meine, ihr habt die FaceTime-Calls mit deiner Familie auch vor 15 Uhr gelegt, damit du nicht lallend dem Gegenüber trittst. Das, würde ich sagen, ist ein hartes Alkoholproblem.

Speaker 5: Könnte man so sehen. Genau, und deswegen...

Ben Zucker: Klar, das war ja für mich dann immer in der Zeit, war ja auch in der Corona-Zeit, wo ich dann einfach klar wusste, okay, jetzt ist ja gar nichts mehr los hier. Was machen wir denn jetzt? Wo geht's hin, wo geht's lang? Das Einzige, was mich beruhigt hat, dass wir alle im selben Boot saßen, das war das Einzig, was mir so ein bisschen passt.

Martin Werner: Also keiner konnte irgendwie jetzt Erfolge haben, weil keiner konnte...

Ben Zucker: Jetzt nicht wegen Neid oder weil ich das keinem gönne, aber wir alle. Also dass alle Menschen dieselben Sorgen teilten und weder dieselbe Gespräch, vielleicht dieselben Sorge. Ich hatte ja glücklicherweise das Privileg, so eine Zeit zu überstehen, entspannt. Aber trotzdem, das war schon dann sehr auffällig, bis ich da gemerkt hab, ey, Alter, irgendwie, jetzt hier ein Tag hier und so, ganz schön doll, ja, und dann... Ja, aber dann fängt man wieder an mit, naja, ist ja nur eine Phase. Das ist temporär. Ist ja jetzt auch gerade Corona. Und alle trinken ja gerade mehr, wahrscheinlich, im besten Fall, oder warum. Das war dann auch immer so, wenn ich dann so telefoniert hab, ey, gerade merke ich ja einen Alkoholiker, ja, bei mir auch. Ja, ja, ich bin ja auch gerade ganz schön, na, okay, passt. Und somit hat man sich jetzt dann schon tendenziell eher legitimiert. Ja, und als Tendenz-Alkoholoiker findest du ja immer einen Weg. Du machst ja immer ganz klar. Da war ich ja die größte Schummellise der Erde, ist ja klar. Man fängt ja dann an hier so, und dann hier mit Fisherman's Friend, dann hier ein bisschen easy machen, da ein bisschen ruhig bleiben, hier ein bißchen gucken. Das sind ja dann alles Dinge, die man dann unterbewusst macht, oder auch bewusst unterbewusst macht, ja.

Martin Werner: Du hast dann aber auch, du hast Momente, wo bei dir im Kopf irgendwie ein Schalter umgelegt wird, und dann sagst du, okay, Feierabend, ich gehe jetzt all in in die andere Richtung, sprich, von heut auf morgen. Das ist, glaube ich, auch manchmal schwer nachzuvollziehen, aber ich kann das zu 100 Prozent bestätigen, weil du so als Mensch bist. Vielleicht braucht manches immer einen Tick länger, aber wenn bei dir irgendwas klopft, dann gehst du aber mit allem, was du hast, in die andere Richtung, so wie es dann eben da war, so wie wir es dann auch schreiben, was vielleicht nicht immer für alle nachvollziehbar ist. Aber du hast dann gesagt, okay, es reicht, es ist zu viel, ich höre auf, ich setze mir einen Plan, ich gehe ab morgen 10.000 Schritte, ich lasse Fast Food weg, ich trinke keinen Alkohol mehr. Und dann ziehst du das knallhart durch, weil du, schreiben wir auch im Buch oft drüber, die Form der Challenge so sehr liebst, dass du das brauchst, du brauchst dieses Ziel, worauf du hinarbeitest. Und das ist dann so, dann bist du auch nicht aufzuhalten. Also dann machst du den Bulldozer und marschierst durch Wände und hast dein Ziel. Und das, ist das, wie du auch immer so schön sagst, dann eben das beeinflussen, was sich beeinflussend kann. Und das machst du dann in dem Moment. Und wie gesagt, bist du nicht auf zu halten und bist ja dann da auch wieder rausgekommen. Nur damit, wir sprechen auch von deinem Dämon, der dich vielleicht noch lange beschäftigt, vielleicht auch nicht.

Ben Zucker: Da braucht man sich nichts vormachen. Ich glaube, der wird für immer da sein. Da gibt es keinen. Also, ja, zum jetzigen Zeitpunkt würde ich sagen, zu behaupten, man kann Freundschaft schließen, man kann sich gegenseitig im Zaum halten. Das kann man schaffen. Aber komplett weg. Die einzige Droge, die geht nicht mehr weg.

Arndt Ziegler: Auch hier meine Frage nach der professionellen Hilfe. Hast du die genommen?

Ben Zucker: Ja, habe ich schon wieder gemacht. Aber ich halte mich für jemanden, wie sage ich es am besten, ohne überheblich zu wirken. Halte mich schon für sehr vielleicht Bauernschlau oder clever, aber dennoch reflektiert. Ich gehe schon sehr klar mit meinem Ding um. Und wenn Menschen vor mir sitzen, die mir dann so Sachen erzählen oder die mir helfen wollen, dann kommt es oftmals dazu, dass dann die umrollen. Dass die rollen, sich vertauschen oder ich das Gefühl habe, dass so richtig ich vielleicht noch nicht so weit bin, Hilfe anzunehmen. Mich dann für cleverer halte, als denjenigen, der mir gegenüber sitzt. Die Fragen langweilig finde. Wo geht es los? Ab wann macht es Sinn, Hilfe anzunehmen oder eine Therapie zu machen? Oder wann machts erst so richtig Sinn? Und da habe ich gemerkt, das macht keinen Sinn, sobald ich mit einer Voraussetzung losstarte, die ... ... Eine klare Haltung mit sich bringt. Wenn das nicht der Fall ist, braucht man das ganz vergessen.

Arndt Ziegler: Du wirkst ja jetzt nicht nur hier, auch in dem Buch, also wirklich sehr reflektiert und jemand, der verstanden hat, was da gerade los ist und was auch dieser Dämon, wie du nennst, mit dem macht. Hast du Angst davor, jetzt wenn deine große Tour wieder losgeht, dass der Druck wieder größer wird? Also wie stellst du dich darauf ein? Ich meine, so eine Tour ist wahrscheinlich für Musiker das Größte, was passieren kann. Arena-Tour, 10, 12, 15.000 Zuschauer. Und ich war ja vor kurzem auch selbst zum ersten Mal auf einem Konzert. Es ist einfach 90 Minuten, 120 Minuten gute Laune. Das ist ja das wahrscheinlich, worauf du dich erfreust und was du so wann sich gerne einfach nur mitnehmen wolltest. Oder glaubst du, du schaffst das diesmal? Also du schafft es, das so zu genießen? Oder hast du auch Angst vor den Momenten nach den Auftritten?

Ben Zucker: Keine Angst. Ich war keine Angst, nee. Kann sein, dass ich mir einen Drink gönne. Kann sein aber, dass sich und dass ich nichts trinke. Ich gehe damit auch normal um und auch transparent um. Ich mache daraus kein Geheimnis. Ja, nee. Oder fange jetzt an hier so mit Schummeln. Also der Einzige, den ich belüge, wenn ich mir, also ich mache mir selbst was vor. Das ist das Einzigen. Aber sonst gehe ich da schon offen mit um. Ich habe jetzt keinen Alkohol zu Hause versteckt oder mache da hinten rum und das mache ich alles nicht. Da bin ich immer klar mit mir. Und das kann ich sonst noch nicht sagen. Kommt immer drauf an. Manchmal habe ich Bock, manchmal habe ich keinen Bock. Dann kommt es drauf an, habe ich noch Besuch vielleicht. Kommt noch eine Freundin vorbei, fragt, wie es mir geht. Oder sind noch ein paar Jungs da, je nachdem, was dann so los und ansteht. Das ist immer unterschiedlich da.

Arndt Ziegler: Ist er ernst hier? Ja, aber das war, ganz ehrlich, da haben wir im Vorfeld auch darüber gesprochen. Das war, da hast du uns im Vorflug gesagt, ey, Jungs, sprech mich darauf an. Ja klar. So, das steht so in dem Buch. Und das wäre jetzt Quatsch gewesen, wenn wir jetzt um dieses Thema irgendwie einen Bogen machen. Aber ich sehe schon noch so, jetzt haben wir einmal kurz durchgeatmet. So, nein, ich finde, und ich habe einfach...

Ben Zucker: Ich muss auch lernen, das ist für mich auch interessant. Guck mal, es sind zum Beispiel zwei fremde Personen, die kenne ich gar nicht, also drei eigentlich. Kenn ich jetzt gar nicht. Und ich merke, jetzt rede ich darüber und denke, was für ein Bild male ich hier gerade eigentlich. Aber wie fühlt sich das denn an, wenn du jetzt... Ja, das finde ich ein bisschen unangenehm tatsächlich. Aber nicht wegen euch, nicht missverstehen. Aber das ist ja trotzdem... Ich muss ja trotzdem damit umgehen lernen. Das ist auch ganz gut, weil ich dann merke... Okay, ja, das geht gut los. Weil das wird ja natürlich jetzt auch immer ernst. Das wird natürlich dann, wenn das Buch veröffentlicht wird, das wird natürlich... Die meisten interessieren uns da eigentlich drum herum so los.

Arndt Ziegler: Ich würde gerade sagen, mit diesem Buch...

Ben Zucker: Macht ja was mit mir. Ich bin doch eigentlich cool. Ich bin auch eigentlich mit mir ein Easy Typ. Und jetzt muss man sich so schämen.

Arndt Ziegler: Also ich finde, du musst dich überhaupt nicht schämen. 0,0. Also ich find wirklich auch das, was du jetzt gerade gesagt hast, nötigt mir den höchsten Respekt ab. Dass du jetzt uns sagst, boah, ist mir echt ein bisschen unangenehm. Und genau das ist ja das, was wir auch mit diesem Podcast, als Martin und ich diesen Podcast ins Leben gerufen haben, dieses ganze Thema mentale Gesundheit und jetzt ein bisschen clichémäßig, aber Männer und Gefühle. Das ist unfassbar wichtig. Und wir können da nicht... Und wahrscheinlich werde ich diesen Mini-Appell jetzt hier in jeder Folge sagen, weil ich das so wahnsinnig wichtig finde, dass genau das getan wird. Dass man einfach sagt, ey, ist mir jetzt unangenehm. Ja, ist okay. Muss ich mich auch nicht für schämen. Schämen muss man sich dafür gar nicht sondern. Ich stehe dazu. Ich hab Schwächen. Ich bin aber trotzdem ein geiler Typ. Deswegen mein größteres Respekt auch vor der Offenheit im Buchen und auch, dass du dich dem hier gestellt hast. Also es ist jetzt noch kein Ende. Aber wir können vielleicht das Thema jetzt im Grunde genommen, weil es gibt natürlich auch... Es ist immer wieder herausfordernd, klar. Genau. Aber deswegen schämen definitiv nicht. Also eher gut ab. Wirklich, absolut. Wie kommen wir denn jetzt... Was mich jetzt gerade, weil ich ja zu Beginn auch so meine Top 3 der Songs so aufgegeben hab. Sowas für Musikern ja immer wieder. Und das... Nee, ich mach's jetzt komplett ohne traurigen Bezug. Gibt's so einen Song, wo du sagst, also... Dieses Na und? Der Song mit der Tolle 2017. Gibt es einen Moment auf einem Konzert so... Das finde ich immer Musikern. Der größte Hit nervt dir ein irgendwann? Will man den nicht mehr spielen? Du findest den immer noch... Du spielst den immer gerne. Klar. Weil, was bedeutet der dir? Na, das ist die Basis.

Ben Zucker: Damit ging die Reise los. Und da bin ich dankbar für, dass der überhaupt so dann auch Anklang gefunden hat. Ja, und das... Nee, hab ich ganz doll Stolz drauf. Aber da kann ich auch nicht verstehen. Also weiß ich jetzt auch nicht, welcher Musiker. Ich glaub, das ist immer so eine... Ob das so ein Promo-Sidekick-Effekt hat, wenn die Leute dann immer so... Ich will nicht mehr spielen. Und dann ist das so wie... Warum? Nee, jetzt doch. Damit ging noch deine Reise los. Dann noch... Bleib fair. Ist doch alles cool. Nicht so überheblich werden da jetzt, bitte. Und so... Weil, das ist immer so... Hä, warum? Und... Nee, spiel ich sehr, sehr gerne. Gibt ja aber Songs, die ich nicht so gerne spiele. Das muss man auch sagen. Also... Kommt auch in und für wieder vor. Wo ich dann sag's auch, nö. Das ist echt ein Arbeitssong. Muss man sich durcharbeiten jetzt. Ja, ja.

Arndt Ziegler: Und der Lieblingssong? Oh, ist schwer zu sagen. Auf der aktuellen Tour vielleicht, ist es immer irgendwie was Neues? Aber ich bin sehr magisch. Mag halt natürlich. Heute nicht, mag ich es nicht.

Ben Zucker: Ich spiele sehr gerne. Ich mach mal Bock. Ich mach alle Bock. Kann man jetzt nicht so richtig pauschal... So hervorheben. Na ja, man darf auch nicht vergessen, man geht ja auch zur Arbeit. Ich geh auch zur Arbeitszeit. Und es ist auch nicht jeden Tag so, oder jedes Konzert so, geil, heute Konzerte. Hab ich einen Bock auf das Konzerta. Sollte man meinen, aber ist nicht immer so. Ich hab schon Bock aufs Konzerto, aber ich hab auch dann so... Zuhause jetzt ein bisschen Playsetten spielen, das ist auch cool. Also ist so, dann hat man manchmal dann so das Gefühl, auch jetzt, auch jetzt schön zu Hause, so schön gemütlich machen. Ja, dann ist natürlich, dann geht man auf die Bühne, geht's los, ne? Ist natürlich, das Stresslevel ist natürlich extrem hoch, weil man die ganze Zeit unter Druck steht, die ganzezeit... Geht gleich los, dann... Dann gehts los. Und da fällt natürlich unheimlich viel Stress ab. Na ja, das ist natürlich wunderschön. Und ich seh immer, wenn ich auf die Setlist gucke, oh geil.

Speaker 5: Gleiches Feierabend alles.

Ben Zucker: Ja, man denkt ja auch unheimlich viel nach unterwegs, ne? Man macht die Songs und dann weiß man, ah, hier, hier. Da muss ich noch den Mods und dann ist das noch ab. Okay, passt. Ja, ne und das... Und natürlich so, dass es von draußen natürlich jetzt nicht auffällig, ja klar. Also da ist auch nichts gespiegelt, da ist es auch nicht so, dass ich jetzt mich da quälen muss. Aber trotzdem braucht es einen Weg, manchmal. Ist nicht immer nur, yeah, geht los, ne? Braucht.

Martin Werner: Da macht man schon immer Kräfte zusammen. Also meine Top 2 aktuell sind Das Beste Kommt Noch und Da Vorne Ist Noch Licht. Das Besse Kommt noch, ja. Die mach ich gar nicht.

Ben Zucker: Ist der noch von mir? Nein, aber jetzt hab ich den gar nicht. Ach, den hab ich... Nee, bei der Renatur hatte ich den auch nicht. Können Sie beim nächsten Mal für mich... Da vorne ist noch Licht, ist mir immer noch...

Martin Werner: Wo ich mich auch beim Buch dann so mit beschäftigt hab, mit deinen Songs und natürlich auch mit den Zeilen und das ist ja so... Da kehrst du dich ja eigentlich auch komplett mit nach außen. Also das, was du schreibst, ist ja das, was du fühlst und ist ja glaube ich auch nicht immer normal, dass der Künstler alle Lieder selber mitschreibt, oder?

Ben Zucker: Ist auch okay so, weil erstens hab ich schon sehr, sehr viele Lieder in meinem Leben geschrieben, komponiert und textet, deswegen weiß ich, offensichtlich kann ich das auch. Cool, Haken hinter. Muss mich aber da nicht immer wichtig nehmen. Und wenn der Kopf raucht und brennt, dann ist es schön, wenn frische Ohren, frische Gedanken dazukommen. Und am Ende geht es ja auch um das Lied, das so optimal und geil wie nur möglich für meinen Fan, für meine Fans geschrieben wird. Und das ist ja darum geht's. Ich bin ja am Ende ja Angestellter. Meine Fans sind mein Boss und ich gehe da zur Arbeit und muss hoffen, dass ich die Arbeit behalte, ganz einfach.

Martin Werner: Du hast ja auch, du hast eben das Thema Sport kurz angesprochen. Du spielst leidenschaftlich Fußball. Er hat das gehört. Er hat extra nicht gut gesagt.

Ben Zucker: Er hat extra nicht so etwas wie du kannst das. Er erzählt immer noch von seinem alten Traum, als er mal kurz Fußballer sein durfte, als er kurz Erfolg spürte.

Martin Werner: Nein, also Ben und ich haben sowohl in Timmendorf als auch in Bad Schwatter war das, den einen oder anderen Titel schon nach Hause gefahren. Das muss man ehrlicherweise sagen. Was jetzt nochmal genau? Im Fußball. Gegen wen? Verschiedene Mannschaften. Gegen uns selbst. Ja, ich wollte gerade sagen, weil jetzt ja.

Arndt Ziegler: Habt ihr euch zwei so Kids irgendwie im Sand gesucht?

Martin Werner: Wir waren zwei Mal zum Kicken und es hat großen Spaß gemacht. Worauf ich eigentlich hinaus will, ist Thema Sport.

Ben Zucker: Wie geil du dich windest. Was war das für ein Duell? Gegen wen habt ihr gespielt? Nee, ich spiele noch beim NTSV Strand 08. Was soll das denn sein?

Arndt Ziegler: NTSV Strand 08. Das ist so, als wenn ich mich jetzt ausdenke. Das ist wie schön beim TSV, du tust Teppich.

Speaker 5: Was soll das denn sein?

Speaker 6: Du tust Teppich. Was soll das für ein Verein sein? Das sage ich meinen Jungs. Strand 08? Das sage mein Jungs, NTSV Strand 0. Wie geht es wirklich?

Arndt Ziegler: Da muss ich jetzt abwitten lassen, Jungs. Es tut mir total leid. Du tust Teppich, gibt es offensichtlich nicht. Liebe Grüße an euch.

Ben Zucker: Du tust Teppich. Nee, NTSV Strand 08, da spiele ich ja noch in meiner Freizeit. Bei den alten Herren. Welche Stadt soll das sein?

Arndt Ziegler: Ja, okay. Ja, Mist, ey. Ich rede mich im Kopf von krank. Also, Entschuldigung, mach bitte weiter. Passt.

Martin Werner: Auf jeden Fall haben wir da einige Schlachten geschlagen. Genau. Thema Sport und Fitness. Kannst du das ungefähr... Wir haben hier den Men's House Podcast und du hast ja keinen geringeren als unseren Fitnessdirektor Nico. Ach, mit dem müssen wir auch noch Werbung machen jetzt.

Arndt Ziegler: Hat er aber relativ unauffällig gemacht. Fand ich ganz gut. Du hast eine gute Überleitung gemacht. Von wem redest du? Von wemem nochmal?

Martin Werner: Wer ist denn da? Naja, auf jeden Fall machst du ja dann Kraftsport und Fitness. Aber um das ins Gleichgewicht zu setzen. Zwei Stunden auf der Bühne. Kann man das vergleichen mit 90 Minuten auf dem Platz stehen? Oder was ist das für eine körperliche...

Ben Zucker: Die kann man nicht unbedingt... Also ja, das ist auch körperliche Arbeit. Allerdings ist... Beim Fußball merkt man es nicht so. Fußball finde ich irgendwie cool, weil das irgendwie 1000 Kalorien verbrauchen. Ohne es zu merken.

Martin Werner: Also in dem Bike, was spielst du einfach? Geh mal aufs Laufband, da hast du das Gefühl...

Ben Zucker: Du stehst irgendwie drei Tage auf so einem Laufband. Und wenn du irgendwie 400 Kalorien abnimmst oder vergrenzt, dauert ja Ewigkeiten. Ich gucke da immer drauf und denke, das passiert gar nichts. Und beim Fußball beginnt es immer ganz schnell. Ich weiß jetzt nicht, ob das denn so ist. Die Uhr rechnet ja da auch ein Quatsch aus. Das hält nicht. Die nimmt ja auch nur irgendwie so ein...

Martin Werner: Aber nimmt schon einen Teil, ein Fit für eine Tour zu sein.

Ben Zucker: Wer ist das? Supercooler. Ganz toll, krasser. Also wirklich sehr beeindruckend. Also wirklich ein selten cooler Typ. Für welches Magazin arbeitet der noch? Der arbeitet bei Men's Health. Ist glaube ich auch so eine Art Fitness... Direktor Fitness. Und hat da so eine eigene Kolumne. Irgendwie hat er so eine eigen... So eine eigene, ich weiß nicht, super krasser Typ auf jeden Fall. Habe ich das große Glück, mit ihm ihn buchen zu dürfen. Nico Willin. Und da bin ich sehr dankbar, weil Nico da echt ein cooles System für mich gebaut hat. Was mich stets und ständig so getriezt hat, dass ich erstens meinen Sixpack trainieren konnte. Oder die Anmodung eines Sixpacks mir antrainieren konnte und einfach über... Der ist natürlich jetzt lange weg, aber vielleicht hole ich ihn mir bald wieder. Und das war schön, weil er einfach da immer für sorgt, dass... Sowohl für die Tour-Vorbereitung als auch für die Grund-Fitness immer gut von ihm im Zaun gehalten werde. Das macht er echt cool, weil es dann viele Einheiten, viele verschiedene Dinge da passieren, die ich sehr sehr schätze. Und als Mensch ist er auch ganz okay. Passt.

Arndt Ziegler: Ich wollte gerade sagen trainieren. Aber was ich... Was ich bei Musikern... Also das Wichtigste für dich ist deine Stimme. Und wenn ich jetzt mal überlege, ich hab mal irgendwie ein Interview gemacht, der ja auch eine wahnsinnig tiefe Stimme hat. Und der hat schon gesagt, dass dieses Tiefe, und das ist ja bei dir genauso, super anstrengend ist für die Stimme, für das Konzert. Dass er da rundherum auch echt viel an Schonung machen muss. Du schüttelst schon den Kopf gar nicht. Du hast einfach... Die Stimme ist dein Kapitalpass. Du hast das Glück, dass die immer performen kann. Oder ist dieses Kratzige, was du hast...

Ben Zucker: Du bist sowieso da. Das ist einfach da. Bei mir ist es tatsächlich andersrum. Klar sprechen oder klar singen fällt mir schwerer. Geht gar nicht. Könne ich gar nicht so richtig. Und... Nee, das hab ich nicht. Wenn man die Stimme so schonen muss und da so viel Vorbereitung für treffen muss, dann wird ja was verstellt. Meistens.

Arndt Ziegler: Meistens ja. Aber gut, das wissen wir nicht. Hast du... Was sind so deine... Wenn wir so einen Ausblick jetzt mal wagen. Was sind deine Pläne für die Zukunft? Also, was sind so die Projekte, auf die du dich freust? Buch, klar.

Ben Zucker: Das steht jetzt mal an. Da gibt es jetzt eine schöne Buchreise. Auf die sind wir sehr gespannt. Da wird der liebe Martin mich ja nun wieder begleiten. Und moderieren und mich interviewen. Das wird spannend. Ja, das glaub ich auch. Arenatur steht an? Arenatur, steht an. Februar, März. Ja, da haben wir einiges zu tun bis dahin.

Arndt Ziegler: Wie viele Konzerte spielt ihr da? Weißt du das? 18 oder so, sind das glaube ich. 18 und dann so in drei Wochen? So ist das immer die Taktung.

Ben Zucker: Ja, knapp sechs, fünf Wochen oder so, glaube ich. Ich bin gespannt.

Martin Werner: Wenn du hast deinen großen Traum, von der Musik die Miete zahlen zu können, erreicht. Wie bleibst du motiviert? Was ist jetzt das, was wir hatten uns im Vorgespräch kurz angesprochen? Aber wie musst du dir nächste Ziele setzen? Oder sind so Challenges, die dich jetzt triggern?

Ben Zucker: Ja, eigentlich schon. Aber jetzt hab ich gerade nicht so richtig Bock. Ich hab schon die ganze Zeit, ob ich irgendwas auf Fitnessbasis machen will. Aber jetzt hatte ich wieder den dritten Bender. Jetzt war erst mal so, jetzt muss ich erst mal kurz ruhig machen. Aber Sport wollte ich wieder anfangen dann, jetzt nach der Tour. Aber jetzt so eine Challenge, die jetzt irgendwie auf irgendwas her oder hinarbeiten. Da bin ich auch ehrlich. Dann fang ich jetzt nicht immer an, ja, ich müsste eigentlich mit Mieten schummeln oder so. Entweder mache ich das ganz oder gar nicht. Sowieso, oder? Deswegen, aber jetzt gerade gibt es gerade nichts, wo ich sagen würde, darauf hätte ich jetzt Bock.

Arndt Ziegler: Wir kommen so langsam zum Ende eines, wie ich finde, wirklich sehr, sehr ehrlichen tollen Gesprächs. Wir beenden unseren Podcast traditionell. Immer mit der Frage, was denn so, das dein erstes Mal ist in Zukunft, auf das du dich freust. Gibt's da sowas? Also, es ist fast schon philosophisch jetzt. Aber so, wenn du an dein erstem Mal, was du in Zukunft vielleicht zum ersten Mal machst, worauf freust du dich da?

Ben Zucker: Kann ich doch hier nicht sagen. Ich weiß nicht anders zu denken. Zukunft ist erst einmal in mein eigenes, ich sag's jetzt einfach, in mein eigenen Schwimmbad zu gehen und dort meinen ersten Körper zu machen. Darauf freue ich mich.

Arndt Ziegler: Weil du gerade ein Häuschen baust, wo du ein eigenes Schwimmbad hast. Ich komme irgendwie aus dem Schwimmsport von früher und ich kann diesen Wunsch so geil nachvollziehen.

Ben Zucker: Also ich finde es einfach schön, die Möglichkeit zu haben, da einfach dann reinzuspringen und dann kann ich da richtig auch Bahn ziehen. Du kennst es ja.

Martin Werner: Ich würde dann eine Arschbombe daneben machen. Würde mich dazu gesellen. Ja, wie groß ist das denn?

Ben Zucker: Also 6 Meter mal 15 Meter glaube ich, ja. 15? Ja, 15.

Arndt Ziegler: Dann Ben, herzlichen Dank. Danke euch. Für deine Zeit. Martin, vielen Dank. Ich wünsche euch beiden viel, viel Glück mit dem Buch. Vielen, vielen dank. Wirklich. Ich kann das, ich hab's schon gelesen, ich kann's wirklich sehr empfehlen. Und ganz viel Erfolg auf deiner Tour. Alles zur Tour. Alle Infos zu den Tickets, alle Infos zum Stadion oder zu den Hallen, wo du spielst, findet ihr da draußen in den Show-Notes. Und ja, Martin, Vielen Dank. Es hat großen Spaß gemacht wieder mit dir.

Martin Werner: Danke, Herr Arndt. Und vor allen Dingen danke dir, Ben, für das offene Gespräch. Und wir sehen uns. Bis später. Macht's gut.

Arndt Ziegler: Ciao, ciao. Tschüss.

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