#3: Star-Physio Christian Tambach

Shownotes

Wie fühlt es sich an, als Physiotherapeut zum ersten Mal zu bemerken, dass die eigene Behandlung tatsächlich funktioniert? Wir haben mit einem gesprochen, der definitiv weiß, wie's geht: Christian Tambach hat viele Jahre Erfahrung als Physiotherapeut und betreute unter anderem schon die Fußball-Bundesliga-Mannschaft des HSV. Aber nicht nur Sportler gehören zu seinen Kunden, sondern auch Musiker. In Podcast-Folge 3 gewährt Christian uns spannende Einblicke in seine Arbeit – hört also unbedingt rein.

Hosts: Arndt Ziegler und Martin Werner Produktion: Ela Wildner Postproduktion: Waldemar Markin

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Christo Förster: Herzlich Willkommen bei Dein Erstes Mal, dem Men's Health Podcast. In diesem Podcast sprechen Männer über ein erstes Mal das sie individuell geprägt hat. Das erste Mal auf der Bühne, das erste Mal scheitern, das erste Mal ehrlich mit sich selbst sein. Ein Gespräch über Ängste, Glücksmomente, Ambitionen und mentale Stärke. Alle zwei Wochen mit prominenten Männern aus Sport, Kultur und Wissenschaft. Herrlich!

Arndt Ziegler: Da sind wir wieder! Super, ich freue mich mega wieder hier zu sein an meiner Seite. Wie immer mein lieber Kollege Martin. Moin Martin!

Martin Werner: Moin Arndt, ich habe richtig richtig Bock auf die Folge. Wir haben heute einen super spannenden Gast. Du kannst ihn sehr gerne vorstellen und dann legen wir direkt los.

Arndt Ziegler: Christian Tambach ist hier heute bei uns zu Gast. Ich sage jetzt einfach mal, weil ich dich jetzt schon ein bisschen kenne, auch einfach Chris. Ich hoffe, das ist okay. Moin Chris! Moin Arnd! Chris ist, würde ich sagen, so ein ganz bunter Mix aus Gesundheits- und Fitnesswelt. Er ist Mental-Coach, Physio, Osteopath, wird da gleich alles noch erzählen. Es ist jemand... ...Denn sich schon ganz viele Profisportler, Tennisspieler, Fußballer, Musiker anvertraut haben. Das Wichtigste anvertrauen haben, was sie haben, den eigenen Körper. Und ich bin wirklich wahnsinnig gespannt, weil ich Chris schon als jemanden kennengelernt habe, der wahnsinnige inspirierend spricht, der Neues zu erzählen hat aus dem Bereich Sportwissenschaft, aus dem Reich der Osteopathie, der Physiotherapie. Und ich freue mich sehr, Chris, dass du hier bist. Erste Frage. Dein erstes Mal heißt unser Podcast. Und deswegen ist natürlich die erste Frage auch dahingehend. Wir haben uns ein erstes mal ausgesucht, von dem ich dachte, dass ich das wahnsinnig spannend finde. Wann hast du zum ersten Mal bei einer Behandlung eines Menschen gemerkt, wow, das funktioniert hier irgendwie, was ich mache, das kommt gut an?

Christian Tambach: Ja, erst mal moin, Arndt. Moin, Martin. Vielen, vielen Dank für die Einladung. Direkt zur Frage natürlich. Ich glaube, das war einfach ein Prozess über die letzten Jahre. Ich habe viele Ausbildungen genossen und ich glaube, das war ein Prozesse über die letzen Jahre, dass ich dann gemerkt habe, von Behandlung zu Behandlungen über Wochen und Monate, dass ich den Leuten viel oder den Menschen viel besser helfen kann, unterstützen kann, weil der Körper einfach nicht nur zu separieren ist zwischen dem körperlichen Beschwerden, sondern viel auch geistig, seelisch dahinter steckt und viel die Geschichte hinter der Person ist. Und da gab es immer wieder Fälle, wo ich gemerkt habe, dass ich einen Zugang bekomme zu dem Menschen, zu dem Problem und dafür vielleicht eine Lösung oder einen anderen Blickwinkel mit reinbekommen kann, der dann nachhaltig sehr hilfreich war.

Arndt Ziegler: Gab es das eine Aha-Erlebnis, den einen, du hast jetzt gerade gesagt, das ist ein Prozess gewesen, aber gab es so diesen einen Moment, wo du gesagt hast, boah, krass, cool, hat geklappt? Wenn nicht, ist auch okay, wenn es so ein Prozesse war, aber das ist so, vielleicht gab es ja den Moment. Ich hatte mit Anfang...

Christian Tambach: Ich habe mit Anfang 20 die Osteopathieausbildung angefangen und hatte parallel zu dem Studium für Hannover 96 gearbeitet und hatte damals in der U17, U19 im Nachwuchsbereich gestartet und da hatte ein junger Profisportler oder Fußballer Probleme mit dem Knie oder Knieschmerzen gehabt, die relativ diffus waren. Keiner konnte sich so richtig erklären, woher die Schmerzen kamen. MRT war unauffällig, keine klassische Diagnose in dem Sinne. Und ich hatte den Körper durchgecheckt, hatte gewisse Kursinhalte versucht, für mich natürlich zu üben und umzusetzen. Und damals war das Problem aus meiner Sicht, dass die Blinddarmnarbe, die er hatte, das Problem sein könnte. Ist ja immer konjunktiv, ist ja immer Behandlungshypothese, die du aufstellst. Und dann habe ich ganz viel im Bauchraum behandelt, die Narbe versucht zu entstören mit gewissen Techniken. Leistenbereich behandelt, Beckenboden. Und zwei Wochen später war er komplett beschwerdefrei. So, und da habe ich erst mal gemerkt, okay, wow, was für einen krassen Impact eine Behandlung haben kann. Und ja, bin daran dann, glaube ich, noch weiter in die Materie eingestiegen und habe dann gemerkt okay, es geht einfach um Lernen, Lernen lernen, Anatomie, den Körper verstehen, in der Anatomie in der Physiologie. Und ja bin dann einfach drangeblieben. Und dann hat sich irgendwann, glaube Ich... ...Gepaart, so dieses anatomische Wissen, dieses Verständnis für den Körper mit einer gewissen Erfahrung, einer gewißen Expertise über Jahre einfach.

Arndt Ziegler: Ich hake noch einmal nach, sorry Martin, ich weiß, ich sitze schon auf heißen Kohlen. Eine habe ich noch und zwar, nee, weil du es gerade hast gesagt, wie entstört man denn eine Narbe?

Christian Tambach: Also eine Narbe ist ja letzten Endes ein Störfeld in dem Körper über eine Operation, ganz klassisch, oder durch eine Verletzung. Es kann ja auch sein, dass ein Muskelfaseres jemand erlitten hatte und das dadurch, dass das Gewebe wieder zusammenwächst, natürlich sich Narbengewebe bildet. So und ganz klassische kennt man das natürlich bei einer Arthroskopie oder Kreuzbandverletzung, dass natürlich OP-Narben da sind oder in dem Fall Blinddarm, Kaiserschnitt. Und diese Narbe ist natürlich nicht nur oberflächlich auf der Haut, sondern geht natürlich in die Tiefe etwas rein. Und dadurch verschlechtert sich in der Regel die Zirkulation. Und die Entstörungstechniken sind Behandlungstechnik, die ich manualtherapeutisch oder mit meinen Händen natürlich mitmachen kann, um das gesamte Gewebe drum herum.

Arndt Ziegler: Und um die Narbe?

Christian Tambach: Und dann arbeite ich viel mit einem Akku-Punkturlaser. Und ich arbeite viel mit frequenzspezifischem Mikrostrom. Und damit habe ich eine super Wirkweise auf das Gewebe, weil jedes Geweb seine eigene Frequenz hat, in der es arbeitet. Und so kann ich das Störfeld dann unter anderem mit dem Körper runter regulieren. Schulmedizinisch könnte man das dann noch unterspritzen. Da nehme ich mir häufig auch Ärzte mit zur Seite. Oder mit Prokain, Lidokain, Traumel, Narben unterspritzt werden. Und das Störfeld dann so aus dem Körper zu nehmen.

Martin Werner: Störfeld im Körper ist ein gutes Thema, auch wo du das gerade ansprichst, U17, U19 im Profibereich. Mir ging es damals ganz genauso. Ich hatte jetzt vielleicht nicht das Schambein der Nation, aber das Schambein Ostwestfalen, kann man glaube ich sagen. Ich hatte eine Schambbeinentzündung und das hat mich, glaube ich, begleitet ab 15 bis bis zum Ende damit, 23, 24.

Arndt Ziegler: Übrigens auch mal ganz passend. Die Nationalmannschaften gespielt, das müsste man an dieser Stelle mal sagen. Der stellt sein Licht immer ein bisschen unter den Schäfer. Deswegen ist das Schambein Ostwestfalen wahrscheinlich schon passend. Also weiter geht's.

Martin Werner: Und da war nämlich genau das Thema, wo wir heute vielleicht auch ein bisschen drüber sprechen können, was mich super interessiert, weil das war so 2002, 2003 und es tauchte auf. Ich bin zum Doc gegangen und der hat sich das einmal angeguckt, hat gesagt Schambeinentzündung. Okay, was machen wir denn jetzt damit? Und es war eine Verletzung, die gefühlt keiner kannte. MRT, CT, alles gemacht. Immer, ah, es ist eine Schambbeinent- zündung, dauert so und so lange. Wir machen jetzt am Fitnessgerät die und die Übung und dann ist das gut. So Spiele in Zwischenzeit. Zäpfchen rein, Gas geben. Okay, dann konntest du mir das Bein abschneiden, hätte ich nicht gemerkt. Aber für die 90 Minuten hat es jeweils funktioniert. Aber es wurde dann in den Ruhephasen immer schlimmer. Das heißt, ich war nicht mehr unterwegs von Training zu Training, sondern von Doc zu Doc zu Dog, Physio, Osteopath, all das, was du auch mitbringst. Es gab aber nicht die eine Lösung, bis dann irgendwann der Trainer gesagt hat, der hat ein Kopfproblem. Das ist einfach nicht bereit, diesem Druck Stand zu halten. Da hat der Doc gesagt, der ist wieder fit, der kann spielen. Da ist jetzt meine Frage, inwieweit hängt das zusammen? Du hast die Anatomie angesprochen, aber auch die Verbindung vielleicht zum Geist, zum Kopf. Was steckt hinter dem Menschen an sich? Ich habe keine Lösung gefunden. Wenn du heute einen Patienten hättest oder einen Spieler hättet, wie gehst du dann an solche Themen für dich ran? Wie behandelt du? Wie machst du deine Anamnese?

Christian Tambach: Anamnese ist ein sehr, sehr gutes Stichwort. Also bevor ich jemanden behandle bzw. Körperlich durchchecke, versuche ich den erstmal bestmöglich abzuholen bzw. Zu verstehen, wo kommt er her, was ist die eigentliche Thematik, was wurde bisher gemacht und ich check den Körper natürlich körperlichen auch durch. Aber die Anamnes ist das Wichtigste überhaupt, um einen gewissen Fahrplan zu haben. Sprich, was sind Vorerkrankungen, Vorverletzungen, was wurde schon gemacht? Wie ist die Substitution, also Nahrungsergänzungsmittel? Wurde ein Blutbild vielleicht gemacht? Gibt es irgendwo gewisse Defizite über Blut, Hormone, Stuhl, was auch immer? Gab es vielleicht in der jüngeren Vergangenheit eine Antibiotikakur? Bei Frauen ganz klassisch dann natürlich auch da Narben, Kaiserschnitt usw. Bei Männern auch gewisse andere Traumatars, die vielleicht hervorkamen. Ganz viel gucke ich dann auch natürlich mit auf eine Blutanalyse, ob da jetzt z.B. Die Nebenniere platt ist, die Schilddrüse irgendwelche Thematiken hat, ob der das System gar nicht erst hochfahren kann, ob du vielleicht eine Entgiftungsproblematik hast und die Anamnese ist da ein ganz, ganz wichtiger Punkt für mich, wo ich sicherlich so immer zwischen 30 und 60 Minuten tatsächlich brauche, um erstmal ein Gesamtbild zu bekommen. Und je mehr Puzzleteile ich habe, desto klarer ergibt sich für mich das Bild. Und desto besser kann ich dann auch die Therapie dann zusammenbauen. Dann wäre der nächste Schritt, dass ich an der Behandlungsbank denjenigen natürlich dann durchchecke, also erstmal ganz klassisch orthopädisch, alle Gelenke einmal durchchecken, wie steht das, wie ist die ganze Statik, gibt es vielleicht da irgendwelche Dysfunktionen, Dysbalancen, Becken-Schiefstellungen, Fußwurzelknochen, oberer Bereich, Halswirbelsäule, Kiefergelenk etc. Und das geht dann so weit, dass man auch irgendwann ins Detail geht, dass man dann guckt, okay, wie ist die Augenansteuerung, wie sind die Bauchorgane, wie es das ganze System funktionell zusammen. Martin, du meinest ja, du hast Fußball gespielt auf hohem Leistungsniveau und das ist auch nochmal ein Unterschied, ob ich jemanden habe, der Profi oder Leistungssportler ist, in Anführungsstrichen zu einem Nichtsportler.

Martin Werner: Wie muss man sich das vorstellen?

Christian Tambach: Weil du warst ja zum Beispiel Fußballspieler, das heißt, du hattest ja eine Position, die du in dem Team eingenommen hast, welche warst bei dir?

Martin Werner: Rechter Flügelstimme.

Christian Tambach: Der beste. Der beste, ja. Der schnellste, der drittigste. Und der bestaustehendste natürlich. Ja, das sowieso. Wahrscheinlich warst du dann rechts Fuß? Ja. Okay. Und rechts Fuß bedeutet in der Regel, du hast natürlich Schussbewegungen, die du natürlich über den rechten Fuß häufiger laufen lässt, dementsprechend kann es sein, dass du natürlich eine sportartspezifische, in dem Fall Fußball, sportartsppezifische Funktion oder beziehungsweise positionspezipische Dysfunktion hast. Sprich, bei dir ist es wahrscheinlich so, dass das Becken bzw. Die rechte Darmeinschaufel etwas mehr nach vorne gedreht ist und dass es deine funktionelle Stärke ist, die ich dir dann aber auch nicht nehmen möchte. Das heißt, wenn ich da jetzt das korrigieren würde bzw. Es mir auffallen würde, dann muss ich aber dazu wissen, dass du nicht einen 9-to-5-Job hast und nur am Rechner sitzt und vielleicht einmal die Woche ins Gym gehst, sondern dass du Fußballer bist und dass das für mich in der Behandlung ein Riesenunterschied ist, was zum Beispiel dein starkes Bein ist. Oder welchen Fußballschuh du spielst. Ob es da Differenzen gibt im Sinne von rechts-links, also nicht jeder Fuß ist gleich groß. Das Stollenprofil spielt eine Riesenrolle. Der Fuß bzw. Der Fußballschuhe und das Stollen-Profil ist ja das Fundament des Ganzen, wie es die Wurzel bei einem Baum ist. Genauso kann es aber auch eine absteigende Kette sein, weil vielleicht ein Weißheitszahn von oben irgendwo drückt. Oder vielleicht du mit den Augen eine Anstreuungsproblematik hast, vielleicht über die Kontaktlinse falsch eingestellt bist oder da ein Thema hattest. Oder vielleicht eine Silent Inflammation, also eine stille Entzündung hast im Zahnbereich und dass das eine Rolle mitspielen kann, weswegen das dann absteigend zu vermehrten Scherkräften führen kann. Und du dann vielleicht irgendwann in Anführungsstrichen Schambeinprobleme bekommst oder Schmerzen dort hast. Eines, der für mich niederschmetternsten Diagnosen ist, weil du keinen klaren Zeitplan hast. Wahrscheinlich wirst du auch noch mal ein bisschen was dazu sagen können. Aber es ist nicht klassisch wie bei einem Bänderriss am Sprunggelenk oder bei einer Knieverletzung, Kreuzbandriss, dass du sagen kannst, plus minus. Es ist einfach sehr zermürbend, weil du denkst, es geht wieder, dann bist du wieder im Training drin. Schmerz wieder, irgendwann musst du wieder rausgehen, dann arbeitest du vielleicht mit... Schmerzmedikamenten, dann ist es irgendwann nicht mehr ein körperliches Problem, sondern du zweifelst auch an dir selber und deine eigene Stärke, dein eigener Körper. Dein Körper ist dein Kapital. Und irgendwann wird dann vielleicht gesagt, und das meinst du ja auch, vielleicht ist der Kopf das Problem. Und ich sage immer, der Kopf ist auch der Athlet. Und dann zermürbt das einem so, weil du ja das Vertrauen noch in deinen eigenen Körper verlierst. Also ich habe das heute auch. Also ich habe das heute noch.

Martin Werner: Ich habe das heutzutage noch, wenn ich mit meinem Neffen zum Beispiel kicke und zwei, dreimal mit rechts passe, denke ich, oh, da ist der Schambein wieder. Mach mal lieber Pause. Oder wenn ich jetzt mit Freunden spielen gehe, mache ich mir eine halbe Stunde vorher warm. Einfach aus Angst, dass das wiederkommt, weil du kein Zeitfenster dran kleben kannst. Und das, was du eben beschrieben hast, dieses Essenzielle, das ist ja eigentlich, den Menschen oder auch den Profisportler oder Künstler einfach auf links zu drehen. Also damals gab es nicht, wir gucken uns mal an, was der für Fußballschuhe hat oder gar was der für eine Position spielt. Da waren 22 Spieler. Wir gucken, was der hat. Wir versuchen, das zu behandeln. Und wenn es nicht reicht, sortieren wir den aus. So das gab es damals noch gar nicht. Und damals gab's auch noch eine klare Trennung zwischen Sportpsychologe, Osteopath. Du gehst zum Osteopat, was willst du da denn? Das war auch intern war das schon ein Riesenthema. Also Mentalcoach gab es also wieso noch nicht. Aber dass du überhaupt aus dem Verein rausgelassen wirst oder dass ein Spieler soweit ist, sich draußen umzugucken. Mein Körper ist mein Kapital. Ich gebe alles dafür, koste es, was es wolle. Und ich kriege das beim Verein nicht, warum auch immer, vielleicht nicht so super professionell aufgestellt, wobei Amina Wiedervelt zu den besten Vereinen Deutschlands gehört nach wie vor. Mein Gott, natürlich. Gab es das damals halt noch nicht. Aber du verbindest das jetzt alles. Also ich hatte mit Andi mal drüber gesprochen. Dr. Müller-Wolf hat 2.0. Kann man sowas sagen? Kann man so was nicht sagen? Weiß ich nicht. Aber dieses Vereinen, ich habe. Das Problem und ich komme zu dir. Und im Idealfall hast du die Lösung, weil du alle Bereiche mit reinbringst.

Christian Tambach: Im Idealfall, aber man muss auch wissen, seine Kompetenzen und ich finde, das ist auch eine Qualität eines Therapeuten, wenn du weißt, wenn du jemanden nicht mehr helfen kannst und dann versuchst, über dein Netzwerk weiter zu vermitteln. Das ist dann, glaube ich, auch ein Riesenpunkt in dieser Therapiebubble, dass viele Patienten, Sportler, Klienten natürlich auch nur bei einem gehalten werden wollen, weil es natürlich auch wirtschaftlich ist und so weiter. Aber ich freue mich doch. Und für mich ist es auch ein Einstellungskriterium, dass ich mit meinem Netzwerk arbeiten kann und dieses multifaktorielle Denken letztendlich mit rein habe. Ein Problem ist ja nicht nur das Problem, sondern es ist ja immer multifaktoriell. Und diese Schmerzen, die du beschrieben hast jetzt, wenn wir das Beispiel beim Schambein bleiben, das Fass läuft letztendend immer mehr über, wie diese eine Tropfen, der es zum Überlaufen bringt. Und daran geht es ja letzten Endes zu gucken, okay, wo kommt das her? Und es sind immer mehrere Faktoren, die da eine Rolle spielen. Auch Belastungssteuerung. Also es ist ja nicht nur ein medizinisches Problem, sondern vielleicht auch eine Thematik, weswegen du vielleicht zu viel trainiert hast, zu viele Umfänge, zu hohe Intensität, zu eindimensional, was auch immer. Und dass das Gewebe oder der Körper dann reagiert, weil Schmerz ist ja immer ein Schutzmechanismus des Körpers. Stopp, bis hierhin und nicht weiter. So und diese klassischen Entzündungszeichen, die dann daraus resultieren, also Schmerz, Schwellung, Bewegungseinschränkung, Gerötung etc., die resultieren dann ja erst so. Und Schmerzt ist ja ein gewichtiger Schutzmechanismus von dem Körper. Und wir müssen lernen, nicht nur zu interpretieren, aber auch herauszufinden, zu deuten, was möchte mein Körper mir eigentlich sagen? Das ist das Entscheidende und nicht nur zu kaschieren und Symptombehandlung, sondern immer nach der Ursache letzten Endes forschen. Genau und das ist glaube ich ein ganz wichtiger Punkt dafür.

Arndt Ziegler: Wenn jemand zu dir kommt, leider eben weil er Probleme hat, weil er Schmerzen hat, weil er Sorgen hat und mit dem Ziel, mit der Hoffnung, dass du ihm helfen kannst, spürst du da auch Druck? Also nimmst du, ziehst du dir den Schuh an? Also zu sagen, okay, ich muss dem jetzt helfen. Ich habe da eine Verantwortung dem Menschen gegenüber. Oder ist das so, ja, ist mein Job und wenn es nicht klappt, klappt es halt nicht. Sehr gute Frage. Ich bin hier für bei uns für die gute Frage zuständig. Ich merke das schon. Ich habe Chris vorher 10 Euro gegeben, dass er genau den Satz sagt.

Christian Tambach: Ja, natürlich nehme ich mich dem Problem immer an. Das war gerade in, ich würde sagen, noch vor 5, 6 Jahren war das ein Riesenthema auch für mich, dass ich Sachen in Anführungsstrichen mit nach Hause genommen habe, wo ich mir wirklich sehr, sehr viele Gedanken darüber gemacht habe und Gedanken machen ist ja das eine, um da eine Lösung für zu finden, weil ich ja auch besser werden möchte, aber dass mich das emotional auch teilweise belastet hat, gerade wenn ich natürlich auch eine Familienanamnese mache. Wenn es darum geht, okay, wie ist das Umfeld? Wie ist die familiäre Situation? Wenn du vielleicht erfährst, dass vielleicht das Kind bei einem Autounfall gestorben ist oder die Eltern gerade im Sterben liegen oder eine Krebsdiagnose da ist, dann fängt mir das teilweise schon ein. Ich versuche das bestmöglich mittlerweile. Das habe ich gelernt, da ein bisschen professioneller ranzugehen. Aber es hat mich auch wirklich einige Jahre immer sehr, ja auch sehr beschäftigt und ich musste lernen. Zwangsweise, um mich selber auch ein bisschen zu schützen, dass ich so private oder enge Themen, weil man ja wirklich auch irgendwann ab der zweiten, dritten, vierten, fünften Behandlung nicht mehr dieses klassische Therapeut-Patient oder Therapeut Klientenverhältnis hat, sondern irgendwann ja auch eine Freundschaft auch vielleicht sich daraus entwickelt und dass du es dann auch natürlich ein bisschen mehr annimmst. Und ich bin sehr, sehr empathisch, versuche auch da eine Lösung zu finden. Und ja, das muss ich wirklich lernen tatsächlich.

Arndt Ziegler: Aber einmal noch zu dem Thema Druck. Wir haben uns kennengelernt, als ich ein Interview, oder ich habe mal den Rapper Contra K. Porträtiert und war hier in Hamburg bei einem Konzert im Backstage-Bereich dabei und den ganzen Tag habe ich ihn so ein bisschen verfolgt. Und als ich nach einer kurzen Pause irgendwie in den Backstage Bereich zurückkam, hörte ich Max, also Contra-K., sehr laut schreien. Und irgendwas war nicht gut, dann bin ich da rein und dann sah ich halt, dass Chris ihn behandelt hat. Und da habe ich mir halt schon so gedacht, weil das hat Max mir dann auch im Nachhinein erzählt. Dass es ihm da natürlich darum ging, von dir an den Stimmbändern auch behandelt zu werden. Und da habe ich mir dann so gedacht, okay, wenn der liebe Chris da jetzt irgendwie was verkehrt macht, dann muss der im schlimmsten Fall heute Abend sein Konzert absagen. Und die 10.000 Menschen, die da in der Halle sind, gehen nach Hause. Und vielleicht muss der seine Tour sogar absagen, weil er einen Griff falsch macht. Ist dir das in dem Moment bewusst oder blendest du das aus?

Christian Tambach: Ich kann mich noch sehr, sehr gut an die Situation erinnern. Dazu muss ich sagen, dass Max wirklich einen sehr, sehr hohen Schmerzgrad, also dass er sehr viel Schmerzen abkann. Dafür hat er sehr laut geschrien, auf jeden Fall. Ja, also dem bin ich mir schon bewusst. Und da war das auch so, dass ich Max tatsächlich das erste Mal habe kennengelernt. Ich wurde an dem Tag kontaktiert, weil Probleme an Stimmbändern. Also davon kann ich auf jeden Fall erzählen. Und dass es darum ging, natürlich das Konzert auch bestmöglich über die Bühne zu bringen. Und er war gerade mitten in seiner Tour. Und ich wusste natürlich, ich werde nicht kontaktiert, wenn das nur so ein kleines Thema wäre, sondern ich war zu dem Zeitpunkt oder an dem Tag in Hannover und bin dann von Hannover nach Hamburg gefahren. Ich war dann am Nachmittag da. Dann haben wir 2, 2,5 Stunden eine sehr lange Session gemacht und behandelt. Und da habe ich schon gemerkt, dass da ein bisschen Erwartungshaltung dahintersteht. Nicht Druck in dem Sinne, weil, also schlechter kann es nicht werden, weil es gefühlt schon, wenn ich auf der Kippe stand, dass das nicht, aber ich möchte auch bestmöglich meine Expertise reinbringen. Ich weiß, dass ich gut bin in dem, was ich mache, aber ich weiß, dass ich auch nicht für jede Problematik... ...In der Kurzfristigkeit eine Lösung habe. Und gerade, wenn man sich noch nicht kennt, gerade so dieses 1. Aufeinandertreffen, ist dann schon immer mit ein bisschen mehr Aufregung, Nervosität verbunden. Zumindest versuche ich auch die Erwartungshaltung dann so auch abzuklären, dass ich nicht zaubern kann, sondern dass ich versuche, bestmöglich mein Know-how mit einzubringen. Und wenn das auch nur ein bisschen etwas verbessert, dann habe ich meinen Teil dafür getan. Dann geht es natürlich für mich da auch. Mittelfristig und langfristig, das Ganze zu begleiten, so wie es ja auch der Fall ist. Aber ja, da war schon ein bisschen ein Anführungsstrichen Druck auf dem Kessel, weil auch gerade Künstler nach außen hin immer sehr bejubelt werden. Dann sehen die eine tolle Tour und eine geile Show. Und hier Akrobatik und da Show und Feuerelemente. Und richtig geil. Man liefert ab in dem Moment, in den 1,5 Stunden. Also ähnlich wie beim Fußball, 90-Minuten-Attacke. Aber dieser Blick hinter den Kulissen ist unglaublich, wie viel Leidensdruck da teilweise ist, wie viel Pressure ein Künstler auch hat. Weil er weiß, jeder Einzelne, der hier gerade rumläuft, der ist wegen mir hier. Nicht nur vor der Bühne, sondern auch hinter der Buhne. Ein Riesenapparat. Und das ist natürlich Druck. Wir kennen es doch alle, jeder hat doch mal einen schlechten Tag von... Bauchschmerzen, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerz. Richtig andere Thematiken, also Probleme, wo man sagt, na ja... Dem Umfeld geht es vielleicht nicht gut. Familiäre Themen, Streit, Partnerschaft. Den Kindern geht es nicht gut, einem selber geht es auch nicht gut und man stellt sich häufig hinten an. Aber das kommt natürlich dann auch bei einem Künstler oder Sportler fließt das natürlich mit rein. Und das wird für mich natürlich auch zu selten gesehen. Nicht dieser Mensch dahinter, sondern er ist natürlich... Jeder nimmt z.B., wenn wir bei dem Beispiel Kontra K. Bleiben, jeder denkt oder jeder sagt, er ist doch Kontra-K. Keiner sieht ihn als Max. Wer ist Max eigentlich? Den kennen die wenigsten in diesem privaten Umfeld. Genauso ist es bei den Sportlern ja auch. Ein Fußballer, der ist seine Rückennummer, er ist nur sein Nachname. Und nicht dieser Mensch Dahinter. Und um auf deine Frage noch mal so zurückzukommen, mir ist dieser Druck oder diese Erwartungshaltung schon bewusst. Ich versuche das aber im Vorfeld auch in dem Gespräch abzuklären. Was mir auf jeden Fall zugutekommt, das weiß ich auch, dass ich immer gewisse Vorschusslorbeeren habe über Netzwerk, dass ich natürlich dann weiterempfohlen werde.

Martin Werner: Weil du dir auch erarbeitet hast und die nicht vom Himmel gefallen sind. Das ist deine eigene Wertschätzung, auf der du aufbauen kannst.

Christian Tambach: Ja, ich freue mich natürlich immer. Für mich ist es manchmal auch teilweise so real, wenn mich Künstler XY oder Sportler XY kontaktiert, den ich vorher nur von Social Media kannte oder aus dem Fernsehen kannte. Und wenn dann das Management oder auch die Person selber mich anfragt, dann ist mir mein Weg auch bewusst so. Aber ich freue ich mich natürlich riesig. Mittlerweile geht natürlich vieles über Netzwerk. Da habe ich dann auch schon die eine oder andere Vorschusslorbeere. Das hilft natürlich unfassbar, weil mein Wort oder mein... In dem, was ich tue, immer etwas mehr Gewicht auf einmal bekomme.

Martin Werner: Wie muss man sich das dann vorstellen? Du hast ja dann Contra K, also Max, offensichtlich geholfen. Es konnte stattfinden. Was ist das für dich für ein Gefühl, wenn dann deine Behandlung anschlägt, wenn sie funktioniert? Ist das dann eigentlich nur eine Bestätigung deines Könnens oder ist das schon mehr, dass du denkst, boah, geil, dass das hat funktioniert? Dem geht es jetzt besser.

Christian Tambach: In erster Linie steht immer der Sportler oder der Künstler natürlich im Vordergrund. Und am Ende macht man das auch nur zusammen. Also ich liefere nur einen kleinen Teil dessen und versuche den Körper zur Selbstregulation anzuregen. Also der Begriff Homöostase, den würde ich da mal so in den Raum schmeißen. Kenne ich natürlich nicht. Dass sich der Körper versucht, natürlich immer selber reguliert und selber versucht auch zu heilen. Also ich unterstütze natürlich nur den Heilungsprozess. Und am Ende versuche ich immer mit meinem Klienten natürlich eine Symbiose zu bilden. Ich versuche nur bestmöglich zu supporten und quasi die Tür zu öffnen. Durchgehen muss derjenige dann selber.

Arndt Ziegler: Kam es denn schon mal vor, dass derjenige die Tür geschlossen hat, weil er gemerkt hat, es funktioniert nicht zwischen uns?

Christian Tambach: Tatsächlich kann das auch vorkommen. Dann versuche ich über mein Netzwerk natürlich zu vermitteln, um da eine Lösung zu finden. Und es ist natürlich auch schon vorgekommen oder kommt vor, dass ich jemanden nicht so unterstützen und helfen kann. Das versuche dann auch natürlich ganz klar zu kommunizieren. Und damit sind dann beide Parteien dann auch tatsächlich happy.

Arndt Ziegler: Du hast, wenn ich das richtig oder vernünftig vorbereitet habe, so den Ursprung oder du hast angefangen mit der Betreuung von Tennisspielern und Tennisspielerinnen, richtig? Dann über den Fußball viel, du warst lange bei Hannover, dann beim HSV sehr lange und aber auch eben Künstler, Musiker. Gibt es da so Lieblingsklienten bei dir, wo du sagst, oh ja, so ein Tennissieler? Der ist eigentlich schon irgendwie fresher und witziger als ein Fußballer und nicht so bekloppt wie ein Künstler.

Christian Tambach: Es ist doch wie im wahren Leben letzten Endes. Mit dem einen kannst du besser, mit dem anderen nicht so. Viel zu allgemeine Antwort. Ja, viel zu all gemein. Dann ein bisschen spezifischer. Es ist ein Unterschied, ob Mannschaftssportler oder Einzelsportler, auch vom Mindset her definitiv. Ich versuche da meinen Mannschaftsportler natürlich immer mitzugeben. Denk wie ein Einzeltor in deiner Mannschaftsportart. Jetzt kommst du natürlich auch noch zu unspezifisch. Ja, geh weiter ins Detail. Ich hab natürlich Lieblings-Sportler, aber das ist so... Du musst keinen Namen nennen, darum muss man es nicht. Ich bin mittlerweile auch mit vielen sehr eng befreundet, dass ich mit dem einen oder anderen mal Golf spielen gehe, mich auf einen Kaffee treffe, die Familie behandle und da dann auch schon eingeladen werde nach Hause. Das meinte ich ja, dass es sich irgendwann auch vermischt. Das ist dann natürlich auch schwierig, wenn derjenige dann natürlich ein körperliches Leiden hat oder vielleicht auch psychisches Leiden. Da fühle ich mich dann natürlich schon verantwortlich und dann vermischt sich das irgendwo natürlich zwischen beruflich und privat. Ich krieg das, glaube ich, ganz gut hin. Ich würde sagen, es ist wie im Leben auch. Mit dem einen verstehst du dich besser, mit dem anderen nicht so.

Martin Werner: Du hast gerade den glorreichen HSV einmal angeschnitten. Christian, da warst du lange tätig. Leider in Anführungszeichen auch zu der Zeit, wo es öfter mal nicht mit dem Aufstieg geklappt hat.

Christian Tambach: Ich nehm's auf meine Kappe.

Martin Werner: Das wäre jetzt die Frage, inwieweit...

Christian Tambach: Komm, du wechselst hier aufgestiegen.

Martin Werner: Das ist jetzt die Frage. Bist du der Grund, warum es nicht geklappt hat? Nein, Spaß. Aber wie sehr nimmt man sich das in deiner Position zu Herzen, wenn es dann wieder nicht klappt? Denkst du als Spieler, OK, Volksmund, die können noch mehr trainieren, können noch mehr laufen, haben nicht alles gegeben. Manchmal ist es auch Glück und Pech. Aber du in de einer Funktion nach so einer Saison gehst du dann in dich und denkst, warte mal, wir haben es jetzt zum zweiten, dritten, vierten Mal nicht geschafft. Was kann ich in meiner Position, in meiner Funktion besser machen?

Christian Tambach: Ja, also definitiv hinterfrage ich mich, beziehungsweise wir als Team haben uns natürlich wöchentlich, täglich hinterfragt, in Medical- und Trainersitzungen immer wieder alles analysiert und zu gucken, was können wir optimieren. Am Ende der Saison, als ich da war, von 2018 bis 2024, also sechs Jahre, nicht das Ziel verfolgen können, beziehungsweise das Ergebnis gehabt, wie ich es mir gewünscht hätte. Da war ich natürlich Ende der Saison maximal niedergeschmettert. Also da ging es mir ein, zwei, drei Wochen auch so semi-gut, muss ich sagen. Ich hatte da wirklich sehr zu kämpfen mit, mit dem ein oder anderen verpassten Aufstieg. Und habe aber im Laufe der Saison natürlich versucht, auch immer wieder mein Input zu geben, therapeutisch, aber vor allen Dingen auch menschlich, da eine Stütze zu sein und auch mein Know-how vielleicht als... Sport-Mental-Trainer mal mit einfließen zu lassen. Also, dass es natürlich auch viele Gespräche abseits gab, dass ich versucht habe, den einen oder anderen bestmöglich in seiner Persönlichkeitsentwicklung oder in seiner Charakterstruktur zu unterstützen, sein Potenzial auszuschöpfen. Und da haben sich viele Spiele auch wirklich sehr, sehr weiter entwickelt und am Ende hat es dann nicht gereicht. Auch das ist, wie der menschliche Körper, sehr, very multifaktorial gewesen. Warum denn Spiele so laufen und nicht in die andere Richtung kippen können? Jedes Spiel, wenn du es einzeln betrachtest, kann gefühlt gewonnen oder verloren werden. Es gibt immer wieder ein Momentum im Spiel oder mehrere Momenti, Momentum, mehrere Mehrzahl. Tusse. Tusse, Moment-Tusse. Wo ein Spiel kippt, so. Und das haben wir am Ende dann leider nicht geschafft. Ich hatte sehr, sehr zu tun nach den beiden Relegationen gegen Hertha und vor allen Dingen Stuttgart. Stuttgar war nicht so das Problem, weil Stuttgard einfach ein übermächtiger Gegner war, der das Jahr darauf auch Vizemeister wurde.

Arndt Ziegler: Ja, das war das Spiel vorher, ne?

Christian Tambach: Das war das Spiel.

Arndt Ziegler: Ja, genau das.

Christian Tambach: Genau, das war der letzte Spieltag in Sandhausen, wo ich auf der Bank saß. Und eigentlich war klar, OK, wir werden Relegation spielen. Und mit einem Mal kriegst du so Jubel mit auf der Tribüne und denkst so, was ist denn hier los? Bei uns ist kein Tor gefallen. Und mit einmal waren es zehn Leute, die gejubelt haben, dann 100. Und dann waren es mit einmal das ganze Stadion, weil wir, glaube ich, Sandhausens komplett übernommen haben. Und dann dachtest du, OK krass, also hier geht heute was. Und dann habe ich echt die ganze zweite Halbzeit Gänsehaut gehabt. Auf den Rängen war gigantische Atmosphäre. Und mit einmal jubelt es wieder, erst in einer einen Ecke, dann in einer anderen und das ganze Stadion. Dann kriegen die Jungs das auf dem Platz mit und du natürlich auch auf der Bank. Und damit einmal stets 2-0 bei Regensburg gegen Heidenheim. Heidenheimer musste gewinnen. Und wir haben zu dem Zeitpunkt eins so geführt. Wir sind früh in Führung gegangen, also konnten ein bisschen Druck auch auch ausüben. Und dann hatte ich echt Tränen in den Augen, glaube ich, so die letzten 20 Minuten, weil ich mir das natürlich immer vorgestellt habe. OK, so, die letzten fünf Jahre zu dem Zeitpunkt hast du jetzt für diesen Moment gearbeitet. Dafür bist du extra von Hannover nach Hamburg gekommen. Und ja, und dann hatte ich das Gefühl, dass es ja heute soweit tatsächlich unerwarteterweise passieren könnte. Und ja was dann passiert ist in der Nachspielzeit, dass auf dem Gegend, auf dem anderen Spiel noch bei uns war Abpfiff und bei einem anderen Spiel was noch lief. Und wir hatten auch, ich glaube, fünf, sechs Minuten Nachspielszeit, fünf Minuten Nachspielezeit. Das ist jetzt auch nicht wenig. Und du denkst ja, OK, also. Das andere Spiel muss doch jetzt auch irgendwann vorbei sein, wenn bei uns schon so lange nachläuft. Und das war ein unglaubliches Sehen im Nachgang. Mit einem Mal hörst du nur das Ausgleich gefallen. Aber der Stadionsprecher hat doch schon zum Aufstieg gratuliert. Definitiv. Ich denke beim Nachgang natürlich auch aus Sicherheitsgründen und so weiter oder wahrscheinlich weil das Netz natürlich auch überschaubar war dort. Und ja, und dann mit einem Mal, also ich bin in dem Moment in die Kabine reingegangen mit ein paar anderen Spielern und dann saßen wir da und haben tatsächlich Netradio gehört und Konferenzradio. Und dann lief das Spiel noch und du denkst so wir waren im Kreis von sechs, sieben, sechs, Sieben Leuten. Und dann nimmst du das wahr, wie also am Handy, wie mit einem der Kommentator halt diesen Angriff kommentiert und dann daraus das Tor resultiert. Was hier passiert, also war wie im Trance, wie im Traum. Und dann wurde dir so dieser Moment in Anführungsstrichen weggenommen beziehungsweise es ist passiert, es ist das Leben. Ich habe es mir natürlich dann im Nachgang anders gewünscht, aber das war schon hartes Brett. Und danach, ich glaube dann mit Rückflug und allem, ich habe die nächsten fünf, sechs Stunden nicht ein Wort geredet. Das war Mucks Mäuschen still. Und du wusstest okay, krass, du hast jetzt dann noch eine Relegation vor dir. Nach der Relegation. Ja, dann natürlich die, die wir da verloren haben, auch nochmal richtig im Loch gewesen, würde ich sagen. Zwei, drei Wochen.

Arndt Ziegler: Du bist doch, also du bist selbst Mentalcoach und ganz realistisch war doch klar, dass also so ein Ding zu verpacken ist auch die ganz große mentale Kunst. Hast du in dem Moment gesagt, das war es, egal gegen wen wir spielen, das schaffen wir nicht, aus dem Loch kriegen wir die Jungs nicht mehr oder war da ein Resthoff?

Christian Tambach: Nee, Resthoffnung ist natürlich immer da. Also wir sind die Tage danach haben wir, wie jedes andere Spiel natürlich auch, mit vollem Fokus, mit Ilan und maximal auch Spielplan. Wir hatten natürlich einen Spielplan und sind wir das Ganze angegangen und waren auch der Überzeugung, dass wir Stuttgart Parole bieten können, weil wir auch die Situation aus dem Vorjahr kannten gegen Hertha. Relegation ist was anderes. Es ist so wie ein Pokalspiel, da kann alles letzten Endes passieren. Du jetzt als Bielefeld-Fan weißt das, was im Pokal passieren kann. Alles möglich. Alles möglich!

Arndt Ziegler: Ich als Werder-Fan weiss das auch. Ja, definitiv. Bei Theban Bielefeld und Werder. Definitiv. Dieses Jahr gibt es die Revanche.

Christian Tambach: Kein Klitsch zwischen euch? Nein, nein, nein. Und dann muss man aber auch sagen, war das schon so, dass wir denn von Anfang an, wir hatten dann auch glaube ich erste oder zweite Minute einen Eckball in Stuttgart reinbekommen und liefen dann den Rückstand hinterher. Wenn wir besser ins Spiel kommen, dann geht da auch mehr. So sind wir da wirklich gnadenlos untergegangen. 3-0 war noch das Beste, war es 3- 0 und nicht 5-6-0 nach Hause zu gehen. Und dann ist es aber so, Volksberg Stadion, volle Hütte, Abendspiel ist anders. Frühes Tor, ne? Frühes Thor von Sonny Kittel.

Martin Werner: Und das war...

Christian Tambach: Das war... Das war, also das hast du an der Elfie, die die Atmosphäre gehört. Also Stadion ist explodiert und dann glaubst du wieder dran. Das meinte ich, dass es immer Momentum im Spiel gibt, wo ein Spiel kippen kann und dass der Gegner natürlich dann auch von der AtmosPHERE eingeschüchtert wird, von der Energie eines Teams. Teamleistung ist immer über eine Einzelleistung zu bewerten. Und dass der Gegner natürlich mit einem auch nicht mehr nur was gewinnen kann, sondern vielleicht auch was verlieren kann. Und da sind wir wieder bei dieser psychologischen Komponente. Und das haben wir natürlich auch versucht, immer wieder die Woche oder die Tage davor in den Gesprächen mitzuteilen, dass wenn das erste Tor fällt, dass wir auch sofort das zweite schießen können. Und am Ende hat es nicht gereicht. Und das war für mich natürlich ein sehr, sehr Niederschmettern.

Martin Werner: Was mich dann interessiert ist, du bist aus meiner Sicht ein absoluter Experte, auch im mentalen Bereich. Sagt aber selber auch du bist dann, was ja völlig logisch ist, nach so einer Saison oder gerade dann nach der Relegation und dem ganzen Verlauf der Saison in ein Loch gefallen. Eine Woche, zwei Wochen, drei Wochen. Auch du als Experte musst dich ja dann irgendwie da rausarbeiten. Also das schützt ja schon gar nicht davor, dass dir das nicht passieren kann, obwohl du vielleicht Werkzeuge an der Hand hast für dich, um Spielern zu helfen, da rauszukommen. Wie muss ich mir das dann bei dir vorstellen? Du weißt ja, das ist passiert. Das ist um und stößlich. Das ist Fakt. Wie gehst du dann damit um? Wie kommst du denn aus dieser Phase wieder raus und sagst, jetzt müssen wir wieder nach vorne gucken. Es nützt ja nichts.

Christian Tambach: Also Emotionen gehören im Sport wie im Leben natürlich mit dazu. Ich hab das auch für mich so wahrgenommen, es hört sich vielleicht ein bisschen blöd an, aber es sollte jetzt so sein. Und das ist eine unfassbare Herausforderung, an der ich auch selber wachsen kann. Und vielleicht auch als Privileg zu sehen, solche Situationen erfahren zu dürfen. Und mir geht es grundsätzlich sehr gut im Leben. Ich bin gesund, meine Familie, meine Freunde, geht es gut. Ich weiß, wie ich meine Miete oder ich kann meine Mieter zahlen. Ich kann mich gesund gut ernähren. Und deswegen weiß ich, dass ich da sehr, sehr privilegiert bin. Und deswegen kann ich das schon immer ganz gut einordnen, letzten Endes. Und ich weiß zum Beispiel, nachdem ich so in dem, in Anführungsstrichen, im Loch drin war, paar Tage danach, bin ich an der Alster spazieren gegangen. Und ich hab eine Situation so für mich beobachtet oder beziehungsweise zwei Situationen innerhalb von fünf Minuten, die wirklich, die werde ich nicht mehr aus meinem Kopf rausbekommen. Das war einmal eine Situation, wo ein, ich glaube damals was, also es war jemand, der in Anführungsstrichen obdachlos war und der mit seinem Hund spazieren gegangen ist und Pfannflaschen gesammelt hatte. Und ich hatte so das Bild vor Augen, okay, der sammelt gerade Geld zusammen für seinen Hund, damit der was zu essen bekommen kann vielleicht. Und ich denke mir so, okay, guck dir das mal an, also wie herzereißend ist das? Und über was beschwerst du dich oder was für ein Thema hast du denn gerade? Und dann gehe ich ein paar Meter weiter, 200 Meter weiter. Dann kommt mir ein Rollstuhlfahrer entgegen, am Lachen. Und ich denke mir so, Gott, also, wie kann der denn lachen? Also, dem geht's ja augenscheinlich gerade besser als es mir geht. Und das waren so innerhalb von wirklich paar Minuten, zwei Momente, wo ich dachte, ey, du hast gar kein Thema. Also, dir geht's richtig, richtig gut. Du gehst jetzt nach Hause und du bist gesund. Da habe ich sehr, sehr viel Dankbarkeit tatsächlich verspürt. Ich nehme sehr viel Energie in dem, was ich lese, also viel philosophische Sachen, viel über Mindset und versuche mir viele Podcasts anzuhören. Euren Podcasts ja in Zukunft jetzt auch auf meine Liste gesetzt.

Arndt Ziegler: Du dürft ja eigentlich der Einzige dann sein in der Zukunft, die du noch hörst. Weil damit ist alles abgedeckt.

Christian Tambach: Ja, definitiv. Und das hat mir wirklich noch mal die Augen geöffnet. Und deswegen, ich kriege das, glaube ich, mittlerweile gut hin und weiß und kann das auch sehr, sehr gut einordnen, dass Emotionen und auch Teeler dazugehören. Ja, no rain, no flowers. Du hast dich dann... Wo ist das Phrasenschwein?

Arndt Ziegler: Naja, also dieses Phrasenschwein, ich wollte gerade auch so dieses, man muss immer einmal mehr aufstehen, als man hinfällt. Das ist ja auch ein Phraszenschweinding, aber genau das ist es ja. Und ich glaube, es tut immer wieder weh und gut zugleich, wenn man sich darauf besinnt, was man denn eigentlich hat. Also nicht dieses, worüber beschwere ich mich, sondern was habe ich denn Gutes? Und das haben wir in diesen Podcasts auch schon häufiger, weil klar, dieses Thema Mental Health ist gerade was, was wir auch bei uns im Magazin, bei uns in der Marke, ganz viel... Auch ganz bewusst immer mehr spielen, weil es immer größer wird. Es immer wichtiger wird, zum Glück endlich auch Gehör findet. Wahrscheinlich in deiner Welt schon länger, in unserer, sag ich mal jetzt in dieser Männerwelt, in der wir uns mit Mental Health beschäftigen. Viele vielleicht auch noch, ich mag das nicht so, old school Männer dabei sind, die immer noch meinen, sie müssten stärker sein und sie müs... Sie dürften keine Schwächen zeigen und ich finde total wichtig, dass wir immer wieder darauf hinweisen, dass das totaler Nonsens ist, dass man keine Schwäche zeigen darf. Und deswegen fand ich das gerade gut, was du gesagt hast und möchte da auch so ein bisschen so ein Dreh bekommen zu dem nächsten Schritt, den du dann gegangen bist, weil das war jetzt nicht der bequemste. Also zu sagen, ich gehe dann vom HSV weg, mach mich selbstständig, mach mit Move Forward ein, wie ich finde, wahnsinnig schickes, cooles, stylisches Wahn, den ich... Geiles Studio auch, ich durfte ja schon mal da sein. Danke schön. Richtig cool, habt ihr euch echt was richtig Gutes auf die Beine gestellt. Aber diesen Schritt zu gehen... Du hast mir ja auch erzählt, da lief jetzt auch nicht alles so richtig rund immer nur, aber erzähl doch mal, also quasi diesen Schritt, den du gegangen bist, warum du den gegangen bist und vor allen Dingen dann, wie es dir jetzt dabei geht.

Christian Tambach: Dankeschön erst mal für das Kompliment des Studios. Bewusst natürlich auch Studio, in Anführungsstrichen keine Praxis, weil wenn man einmal da war, du warst da, dann weißt du, warum das diese Beschreibung hat bzw. Den Charakter auch pflegt. Und mir geht es grundsätzlich damit sehr, sehr, sehr, gut. Ich bin unfassbar happy. Ich hatte die Tage einen Podcast von Dieter Lange gehört und er beschrieb da drin... Erfolg ist das, wenn du deiner Bestimmung folgst. Und deswegen kann ich sagen, dass ich in Anführungsstrichen erfolgreich bin, weil ich jetzt auch meine Vision verfolgen kann, Sportlern, Leistungssportler, Profisportler dahin zu begleiten, ihr bestmögliches Potenzial zu entfalten, egal welche Sportart, egal welcher Verein, ob Mann oder Frau, bei mir sind natürlich viele, viele Fußballer da, viele Tennisspieler, aber jeder Mann ist natürlich aus allen Sportarten willkommen mit. Jede jeglicher Problematik oder jeglichem Thema. Und ich habe da schon wirklich über Jahre lang ja, den Gedanken gepflegt, etwas Eigenes natürlich aufzumachen, um eine bestmögliche interdisziplinäre Betreuung für Leistungs- und Profisportler zu gewährleisten, weil ich da den Markt gesehen habe, dass da unfassbar viel Potenzial ist. Move forward ist der Slogan des Studios. Bewusst auch über drei Zeilen geschrieben. Also nicht nur, dass es dann ein bisschen einprägsamer ist, beziehungsweise...

Arndt Ziegler: Ihr könnt das nicht sehen, aber wir schmunzeln uns ein bisschen an, weil ich als Journalist auf der Lesbarkeit ganz minimale Kritik geübt habe, aber Christ mich dann davon überzeugt, dass das bewusst so gewählt ist.

Christian Tambach: Ja, es ist kein Rechtschreibfehler, sondern es ist natürlich ein Konzept, was dahinter steht. Es geht vor allen Dingen auch um Brand-Identity, Markenwiedererkennung. Und wenn du es einmal so gesehen hast, dann weißt du in Zukunft, ah, okay, der und der Sportler oder bei der und an der Sportveranstaltung, das gehört zum Gesamtkonzept dazu. Und drei Zeilen, weil drei Säulen letzten Endes angeboten werden. Das macht total Sinn. Einmal ist es die Therapie und Behandlung, alles, was da drunter fällt. Dann Training und Rehabilitation. Und dann die dritte Säule ist Coaching und Analyse. Also Analysee, alles, was in Richtung Blut- und Hormonanalyse geht, Substitution drauf einstellen, aber halt auch Sport-Mental-Training. Und deswegen drei Zeilen, drei Säulen. Und bin da super, super happy, dass ich da auch einen rundum 360-Grad-Blick auf einen Athleten oder Menschen bekommen kann. Nicht nur mit meinem Know-how, sondern auch mit meinem Netzwerk. Und mit den Leuten, mit denen ich zusammenarbeite. Und da bin ich sehr, sehr happy, dass ich im wunderschönen Uhlenhaus eine unfassbar tolle Location jetzt habe, als Rückzugsort für für jedermann.

Martin Werner: Dieses Thema, du sagst gerade auch für jedermann. Und wir haben vorhin darüber gesprochen, dass der Körper fast eigentlich dein eigener bester Doc ist. Der sagt dir schon, wenn etwas nicht richtig ist, der gibt dir Signale, ob über die Haut, ob wie auch immer. Ich komme jetzt zu dir. Kannst du mir die Top 3 oder Top 5 Tipps geben für einen gesunden Lifestyle, die jederm Mann direkt umsetzen kann, um positiv auf seine Gesundheit einzuzahlen?

Christian Tambach: Ja, definitiv. Ich kann dir auch 10 Punkte sagen. Deine Top 5. Also ich finde es wahrscheinlich total schwierig, das so unterzubrechen. Ja, definitiv.

Martin Werner: Aber wenn du jetzt von Top 1 runter gehst und bei Top 5 aufhörst.

Christian Tambach: Ja, ich würde das nicht unbedingt ranken wollen. Ich würde dir aber 5 Punkte dann gerne gerne geben. Also ein ganz, ganz wichtiger Punkt ist. Und ich sage immer die einfachen Dinge gut machen. Wir können uns im Detail unterhalten. Und ob noch Infrarotkabine und dies und das und ob das Wasser dann rechts gedreht sein muss. Aber ich glaube auch nach oben ist dann kein Limit. Definitiv. Ich sage immer genau die einfach Dinge gutmachen. Schlaf steht für mich, wenn ich es dann doch ranke, an erster Stelle. Schlaf ist eines der wichtigsten. Ja, es ist ein aktiver Regenerationsprozess des menschlichen Körpers. Es ist nicht nur ein Ruhen und ein Warten, anf. Und sechs Stunden, sieben halb Schlafzyklen etc. Sondern es ist aktiver Regeneratonsprozess für den Körper, fürs Gehirn, für den Geist, um regeneriert zu sein für alle weiteren Aufgaben, die am nächsten Tag anstehen.

Martin Werner: Warum glaubst du, wenn ich da kurz reingritschen darf, warum ist das in der Allgemeinheit noch nicht so angekommen oder so verstanden, dass das eigentlich mit das Entscheidendste ist, um performen zu können oder um klar zu sein oder den nächsten Tag gut starten zu könne? Schlaf ist immer so. Ja gut, früher im Teenager-Alter hat man sich damit gebrüstet, möglichst wenig zu schlafen. Das tust du immer noch.

Christian Tambach: Und da ging's ja auch anscheinend noch.

Martin Werner: Genau, da ging's ja auch noch. Ich gehe heute spätestens um 10 ins Bett und schlafe dann bis 7, weil ich merke oder gelernt habe, was das für einen Effekt hat. Das glaube ich dir nicht. Doch, kannst du meine Freundin fragen? Um 10 Uhr? Spätestens. Chapeau.

Arndt Ziegler: GZSZ wird noch geguckt.

Martin Werner: Und dann? Das ist Pflicht. Aber mein Abendprogramm erzähle ich dir mal gesondert. Ja, dann mach ich. Ich habe gemerkt, weil ich mich auch bewusst damit beschäftigt habe, was das für einen Effekt hat und ich jetzt im Umkehrschluss merke, wenn ich das nicht habe, ich habe gefühlt ein Kater. Wenn ich jetzt mal unruhig schlafe und dann ist es für mich, egal was ich mache, egal wo ich bin, wie hoch das gerankt ist, Thema Schlaf. Aber wenn ich mich mit anderen Leuten darüber unterhalte, ist das gehört halt dazu, muss man halt machen. Man muss halt schlafen, aber wie wenig Leute das Verständnis für diesen positiven Effekt haben.

Christian Tambach: Ja, definitiv. Aber das hast du auch eben schon gesagt. Bewusstsein, also bewusst, dass du bewusst vor Mitternacht schlafen gehst, dass du bewusst Routine entwickelst, nicht nur auf die Quantität achtest, dass Du sagst, okay, langer Schlaf, sondern auch Qualität, Schlafroutine, gewisses Timing, dass du den Raum dementsprechend so für dich präparierst, dass du dich wohlfühlst und bestmöglich schlaven kannst.

Martin Werner: Also müsste Arndt zum Beispiel mal den 53 Zoll Fernseher aus dem Schlafzimmer nehmen. Definitiv.

Christian Tambach: Definitiv vor, auch mal lüften wäre auch ganz gut. Ja und so weiter, Bettwäsche wechseln und so weiter und so fort. Ja, aber das ist Arndts ein Thema.

Arndt Ziegler: Genau alle Punkte, genau.

Christian Tambach: Danke. So und ja, warum ist es nicht so angekommen? Also das ist ja, also jeder, jeder muss sich ja unterschiedlich, jeder hat ja ein unterschiedliches Bewusstsein und eine unterschiedliche Wertigkeit. Und ich glaube, dass und ich habe es vor allen Dingen auch so für mich gemerkt, wenn ich es nicht habe, wie ich mich dann fühle. Also gerade wenn so Verzicht oder etwas nicht da ist und ich dann diesen Vergleich habe, ok, krass, also wie viel schlechter geht es mir denn, wenn ich jetzt fünf, sechs Stunden schlafe oder? Um ein Uhr noch erst schlafen gehe, dann merke ich unmittelbar sofort den Riesenunterschied und ja, das ist wie mit allem im Leben letzten Endes. Das liegt an dem Bewusstsein, vielleicht auch Leidensdruck von jemandem Alltag hin oder her. Aber vielleicht hat es auch nicht einfach die Priorität. Vielleicht ist das berieseln lassen abends einfacher oder vielleicht hat man nicht so diese körperliche und. Kognitive Leistungsfähigkeit am nächsten Tag und ist so drin in die Anführungsstrichen diesem Alltag. Ich will das gar nicht bewertend beurteilen. Das soll jeder machen, wie er möchte. Ich höre jetzt bei dir raus und ich kann auch nur für mich sprechen und ich hoffe auch für Arnd, dass das natürlich ein ganz, ganz wichtiges Thema ist und deswegen ist Schlaf für mich also unverzichtbar ein aktiver Regenerationsprozess des menschlichen Körpers und steht bei mir mit ganz, ganz oben bei den. Top 5. So das nächste.

Arndt Ziegler: Voll bei euch. Ich muss aber dann auf wirklich. Wahrscheinlich ist das so, dass das, was dann immer kommt, wenn man Kinder hat. Es ist mit Kindern wirklich wahnsinnig schwer umzusetzen, weil ich versuche, ich versuche das auch, aber die sind nicht steuerbar. Du kannst nicht sagen, schlaf mal durch. Du kannst ich sagen, bitte stehe erst morgens um sieben auf nach meinen neun Stunden Schlaf. Es geht halt nicht und und trotzdem versuche ich natürlich mit die dieser Regeneration durch Schlaf zu holen. Aber ich glaube, das ist ein Faktor und das kenne ich auch zum Freundeskreis. Sobald da Kinder in Spielen kommen, dann dann ist das die, dann ist das die Säule, die echt am schwierigsten zu barkern ist.

Christian Tambach: Ist einfach so. Ja, definitiv. Aber wenn du in deinem Bewusstsein bist, dann weißt du, dass es in dem Moment vielleicht nur eine Phase ist oder ein Moment und kannst es auch wieder besser einordnen.

Arndt Ziegler: Die dauert 18 Jahre oder so. Genau.

Christian Tambach: Du holst dir ja deinen Schlaf wahrscheinlich immer über Mittagsschlaf. Ja, bin ich nicht so gut.

Arndt Ziegler: Bin ich nicht so gut drin, leider. Genau. Aber ja, OK.

Christian Tambach: Aber, Entschuldigung. Dann ist es vielleicht mal ein Abendspaziergang oder dann ist es vielleicht mal ein bisschen Mobilisierung, Stretchen zu Hause, ein bisschen Ausgleichsübungen machen. Du kannst immer etwas zu Hause machen. Du brauchst gar nicht den Weg ins Studio gehen. Deswegen ist Sport für mich natürlich elementarer Baustein. Ja klar, Ernährung brauchen wir uns auch nicht drüber unterhalten. Ist auch ein wichtiges, wichtiger Punkt.

Martin Werner: Ist schon bei vielen auch nicht so bewusst, sage ich mal, dass der klassische Spruch, dass quasi dein Benzin, was du in deinen Körper füllst, kann ich auch wieder erzählen. Ich esse sehr gerne Döner, aber eher selten. Und wenn ich das jetzt mal mache, der Effekt, der dann kommt, ich kann nicht pennen.

Arndt Ziegler: Ich esse sehr gerne Döner und sehr oft und ich schlafe auch nicht, aber ich esse trotzdem.

Martin Werner: Ja, aber das ist auch das.

Arndt Ziegler: Auch wieder das Bewusstsein. Ihr Streber, ihr beiden echt. Ihr lasst mich echt schlecht da stehen hier.

Martin Werner: Einer muss ja schlecht da stehen. Aber auch da wieder das Bewusstsein zu haben. Ich habe das früher regelmäßig gegessen, habe das gar nicht hinterfragt. Und dann durch die Seltenheit uns das dann mal zu machen und dann den Effekt zu haben und ich liege abends wach im Bett und denke, naja, am Döner kann sie eigentlich nicht liegen und versuche mir das schön zu reden. Aber ich habe nichts anders gemacht.

Arndt Ziegler: Da musst du einfach noch eine Tüte Chips essen danach. Dann geht das besser. Dann liest du mich an den Chips und nicht mehr am Döner.

Speaker 5: Siehst du, frag mich doch. Wir brauchen dich gar nicht. Frag mich, ich bin ein Ernährungsberater.

Arndt Ziegler: Ohne Witz, mit so einem Ernährungskonzept hätte ich 100% Erfolg. Ist eigentlich ein super Grund. Na haut Chips nach dann nichts, nichts mehr am Döner, dass du nicht schläfst. Kannst du den Podcast verlassen. Punkt drei. Sehr gut.

Martin Werner: Genau, also Ernährung, ja. Aber hast du da, gibt's da jetzt so die Basics ist natürlich auch weit ausgeholt, aber irgendwie, dass man wie so eine Top 5, ok, ich weiß, muss gut schlafen oder sollte mich bewusst mit Schlaf beschäftigen, sollte drei, vier Mal die Woche ein bisschen Sport machen, um aktiv zu bleiben. Ja, ja, was, was in Anführungszeichen soll ich essen oder trinken? Ja, was wäre das?

Christian Tambach: Also beim Essen wäre also bei der Ernährung, bei dem Thema oder beim dritten Punkt wäre auf jeden Fall vielleicht den Verzicht von Zucker, ja, nicht nur was soll ich essen, sondern vielleicht einfach nur der Verzigt reicht vielleicht schon aus, um es einfach zu pauschalisieren mal. Wir können uns darüber stundenlang jetzt unterhalten, aber um es einfach runterzubrechen. Verzichten von Zucker Gluten beziehungsweise Liadin, der Lebstoff, Gluten, Weizenprodukten. Bei vielen auch Kasein, also beziehungsweise Milchprodukte und das alleine und alleine Zuckerverzicht reicht schon aus. Mach das mal ein paar Tage, auf Zucker zu verzichten. Du siehst, wie dein Körper anfängt, Entzugserscheinungen geführt zu entwickeln bzw. Du kriegst Kopfschmerzen, du bist unruhig, du bist hibbelig und wenn du diesen diese Tage überstehst, wie viel besser es dir geht und wenn Du dann wieder zurückkehrst zu deiner alten Dönergewohnheit und Chips Gewohnheit, dann merkst du, oh mein Gott. Mein Körper kollabiert theoretisch, also komplett so und rebelliert und deswegen meinte ich auch, dein Körper zeigt dir ganz klar an, was er kompensieren kann, was geht, was nicht geht, nur du musst die Symptome, das, was er dir mitteilt, auch versuchen zu interpretieren und zu deuten. Und dann wären wir auch beim nächsten Punkt schon. Bei dem vierten Punkt wäre für mich Hydration, also das Thema Flüssigkeitshaushalt. Das tut zum sehr, sehr hohen Prozentsatz aus. Dass du natürlich Wassermolekülen bestehst, also nicht nur dein Gehirn für kognitive Leistungsfähigkeit, sondern dein gesamter Körper und dass du vielleicht morgens auch einfach startest mit einem Glas Wasser, um den Flüssigkeitsmangel direkt vielleicht auszugleichen, ob du da noch ein bisschen Zitrone mit Reim machst oder ein bisschen Salz, Himalajasalz oder... Gibt's ja verschiedene Ansichten und da gehen wir sonst wieder auch zu sehr ins Detail, aber vielleicht einfach auf den Flüssigkeitshaushalt achten, dass du vielleicht auf deine drei, vier Liter, je nachdem, ob du noch Sport machst an dem Tag oder auch jetzt im Sommer, wenn es etwas wärmer draußen ist, das vielleicht morgens direkt ausgleist und über den Tag über natürlich auch immer wieder deine Speicher auffüllst, um körperlich und geistig leistungsfähig zu sein. Das wäre der vierte Punkt für mich und vielleicht der fünfte Stichpunkt wäre... Alles, was das Thema Stress bedeutet, von einem wegzuschieben beziehungsweise bestmöglich zu regulieren. Dass man ja... Vielleicht fährt ja auch das Thema Dankbarkeit natürlich mit rein, aber Stress weitestgehend, also privat, beruflich, gar nicht erst aufkommen lässt und es auch Sachen zu einem großen Thema macht, sondern Stress, Horn, alles, was einen unterschiedlich triggert. Vielleicht ein bisschen besser zur Seite schieben.

Arndt Ziegler: Wir haben jetzt wahnsinnig viel mitbekommen. Wir kommen jetzt so langsam zum Ende und wir schließen unseren Podcast traditionell mit der Frage. Gut, das ist erst die dritte Folge. Weiß dann ja schon Tradition. Auf jeden Fall ist es am Ende immer so, dass wir oder gerne von dir wissen möchten, gibt es oder welches ist das erste Mal, auf das du dich in Zukunft freust?

Christian Tambach: Das erste Mal, worauf ich mich in Zukunft freue, ist mein eigenes Buchprojekt tatsächlich, an dem arbeite ich jetzt schon seit sehr, sehr langer Zeit. Und ja, hoffentlich nächstes Jahr wird es dann erscheinen, dass ich mein eigenest Buch an den Markt bringe. Und da freue ich mich riesig drauf, weil ich kriege diesen Prozess in den letzten... Monaten natürlich sehr mit und arbeite da täglich dran. Und darauf freue ich mich am Ende, ein Buch auf den Markt zu bringen, was wirklich mein Herzensprojekt ist.

Martin Werner: Kannst du da schon verraten, worum es da inhaltlich geht?

Christian Tambach: Inhaltlich wird es darum gehen, um einen Blick hinter den Kulissen des Profi- und Leistungssports, dass ein Sportler, ein Mensch wie jeder andere auch ist, mit allen Ängsten, Sorgen, Themen, die dazugehören. Es wird Einblicke geben von vielen, vielen Profisportlern, die über ihre Kindheit Glaubenssätze berichten, über Verletzungssituation, wie jemand eine Verletzung wahrgenommen hat, der Reha-Prozess, die Comeback-Story dahinter, vielleicht auch das Scheitern in dem Moment, das man vielleicht nicht mehr zur alten Form zurückfand. Das Thema Karriereende wird aufgegriffen. Wer bin ich, wenn ich nicht der Profisportler bin? Also das Thema Identitätsfindung. Wer bin nicht, wenn ich nicht der bin? Über den mich alle definieren. Und da geht es ganz, ganz viel darum, um Ängste, Sorgen, psychische Probleme, Depressionen. Und da habe ich viele, viele Top-Sportler interviewen dürfen und es ist auch noch weiterhin Arbeit.

Martin Werner: Deswegen sprechen wir dann wahrscheinlich auch bald noch mal.

Christian Tambach: Ja. Und ja, da freue ich mich wirklich sehr, sehr drauf. Und ja. Allen Leuten, denen ich das bisher vorgestellt habe, meine eigene Buchpräsentation und das Thema jeder hat was zu erzählen. Ob der eine jetzt anonym bleiben möchte oder auch seinen Namen gerne preisgeben möchte, das wird ein bunter Mix. Aber ich glaube, dass es für Leistungssportler, für Profisportler für Eltern, für Trainer. In Zukunft eines der wundervollsten Bücher werden kann und bin da sehr, sehr happy über das, was bisher geschaffen wurde, aber auch über das was noch kommen mag.

Arndt Ziegler: Sehr schön. Wir freuen uns drauf. Ich bin total happy mit dem Gespräch, wie es hier gelaufen ist. Absolut. Hat richtig Bock gemacht. Vielen Dank. Ich habe jetzt Bock auf Döner. Das ist das Wichtigste. Und vielen Dank für deine Zeit. Das war wie erwartet, kurzweilig inspirierend und spannend. Martin hat wie immer Spaß gemacht mit dir. Und mit dir auch. Vielen Dank!

Christian Tambach: Ich danke euch für die Einladung. Und alles Liebe. Bleibt vor allen Dingen gesund.

Martin Werner: Auf die Gesundheit, Chris. Vielen, vielen Dank. Macht es gut da draußen. Ciao, ciao. Ciao, Ciao.

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